Full text: Kreis Gelnhausen : Text (1)

4) Epitzlph an der lnneinvznid des Südschiffes nächst dem Nehenchur. Aus heinaltem Sandstein. 
Zwischen wappentragenden Pilastern steht in einer rundhogigen Nische eine Knabenfigur. Die Krönung des 
Hauptfeldes bildet ein ovales Relief mit der Auferstehung zwischen ausgeschnittenen Giebelschenkeln, den 
unteren Abschluss, Fruchtgehiinge. Auf dem ilnteren Rahmenstiick des Mittelfeldes steht in vergoldeten 
lateinischen Grossliuchstahen: 
IOHANNPIS ADAMVS FAULHABER  VON WELYHTICRSBACH 
TU PATRIAINI RICPBYPIS, TRISTI NOS URBE RELINQVIS 
TE TICNIC'I' AULA NITICNS, NOS LACHRYINIOSA DIES. 
MDCIX 
Am Architmv des Giebcls steht: 
TODT WO IST DEIN STACHEL, HELLE WO IST DEIN SIEG 
Die Wappen an den Pilastern sind links: Faulhaber, Waldeeke, Gressenlack, Leyfridt; rechts: Renneredt, 
Heler, Idaulhaber, Planckenfells. Nach Welf p. 152 starb mit diesem Knaben das Geschlecht der Faul- 
haber ans. 
5) Grabstein an der Aussenseite des Oberes nördlich. Auf dem Rand steht: 
Anne MDCLXIX den 15. Martij starb  die edle  vielehren  vnd  tugendreiehe  fraw  vrsula  hrannfelsin  
geberne anthenin  (leren  seele  gett  gnedig  und  barmherzig  sein wolle  amen  
auf dem Mittelfeld stehen die Hexameter: 
pre deler hee recubat (lefunrete 
anna ursulc mösti {l 
balthasaris braunfels uxer 
aniata lece  
Anna margarethae cum christe 
phere atque philippe H 
prelibus ad dextram cense 
ciata suis  
tilium adhuc unum priiinisit 
regie  axi? .1  
   vs. ehriste pherus baltha 
sar ille fuit F. 
6) Grabstein mit schönem Ornamentrahmen in tlachstem Relief und auf dem Mittelfeld einem Allianz- 
wappen über einer (lurch Abblättern des mit Oelfarbe gestrichenen Steines völlig unkenntlich gewordenen Schrift. 
Auf der lnnenwvand des Nerdschitfes hängen zwei kleine Denktafeln: 
7) Des Gabriel Center, orhm Selfqensfarlfii, deänifor in Orb 1745 mit dessen Wappen. 
8) Des Jeh. Bapt. Quanz, Pastor, geb. in Orb 1741. 1- zu Wirtheiln 1822 (Selenhtiferstein). 
Der lNiedhof 
lag bis zum Jahr 1826 auf dem durch die Stadtmauer, und die  der anstossenden Herrenhäuser, 
ahgeschhwssenen Platz um die Kirche. Auf ihm stand eine grosse steinerne Kreuzigungsgruppe mit einem 
Proeessi0i1salta1' (lavor. Auf der Vorderseite desselben liest man: 
Jema dem gekreuzigfen. zu allerhöehsfer Ehren  haf herr Philipp Kunekel (lesz Baths (Iahier und Anna  dessen Eheliehe 
hawsfrau (lies-es lxeheufzlßilzle außriehfezz  vndf zugleich den hocken alfar in allhiesiger Bfhrrkirchen  veqqoldfen laszen 
im Jahr 1708. 
Es ist ein handwerklirli tiichtiges aber sehr manierirtes Werk, und wurde bei der Verlegung des 
Todtenhofes an den Bergabhang westlich von der Stadt (auf dem Stadtplan den Thiinnen IX-XI gegenüber 
mit Kreuzen markirt) (lnrthin transferirt. 
Die Profanbauten. 
Von den Sitzen adliger Familien, die in Orb schon im 13. Jahrhundert nachweisbar sind, haben sich 
nur wenige und zwar in Umbauten erhalten, welche nicht iiher den Anfang des 16. Jahrhunderts hinausgehen. 
Mit geringen Ausnahmen sind sie und alle älteren Biirgerhäuser Faehwerkbauten mit „steinernem Fuss"
	        

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