Full text: Kreis Gelnhausen : Text (1)

Lohrhaupten. 
Meerholz. 
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Die kleinste hat die Inschrift: 
IN  WINDECKPIN  
DURCH  PH  BACH  
DIE  KIRCHE  ZU  LOHRHAUPTEN. 
FIIER  
An allen hat die Platte unter der Krone die bei Bach beliebte scharfe vorspringende Kehle, an der 
grössern die Bügel der Krone Masken. Ornamcxitfriese in der bei Bach in dieser Zeit stereotypen Form um- 
ziehen die Glocken über und unter den Inschriften.   
Der Fachwerkbau des Ortes bietet trotz der abgeschiedenen Lage inmitten ausgedehnter Wälder nichts 
charakteristisches, ausser der an den Wetterseiten besonders üblichen Bekleidung mit Wetbrettern, d. h. 
dünnen gespaltenen Eichen- oder Buchenschindeln von ca. 80 cm Länge, 12-15 Breite, welche mittelst 
gerissener Nuth ineinandergreifen. 
Meerholz. 
Flecken von 900 Einwohnern, 1 Stunde südwestlich von Glclnhailsen, gehörte ehemals zum ("leriteht 
Mittlau und hat jetzt ein eigenes Amtsgericht. 
Es wird im Jahr 1173 zuerst genannt Miroldes (Urk. I, p. 83), später Miroldis 1207, MGlPOldlS 1237 
(nioldes 1240!), Meroldis 1247, Meroltz 1258, Myroldes 1346, Merults 1349, Mieberlnclcz 1368, Merholz 1370, 
ein Name, welcher von dem Personennamen merolt abzuleiten ist (Arnold p. 420), indem das angehängte 
bach, dorf, rode, wie es im Gebiet des Klosters Fulda oft der Fall ist, wegtiel, der Genitiv des lüigennamens 
aber blieb. Der Ort hat für uns Interesse durch das 
Prämonstratenser Nonnenkloster. 
Die Zeit seiner Gründung ist nicht urkundlich belegt. Bereits im Jahr 1173 wurde eine vertrags- 
mässige Abgrenzung seiner Besitzungen dem Kloster Selholml gegenüber vorgenommen. Da es auch später zu 
Selbold in einem Abhängigkeitsverhältniss steht, indem 1240 magisfra Ysengarrl cum conserwza totius capituli vnei 
et cum consmsu prepositi nostri de Selbolt Güter verkauft, ist anzunehmen, dass es eine Zweigniederlassung des- 
selben war. Aus dem Jahr 1190 ist die von Winkelmann 1, p. 164 erwähnte "Donation so Gotbertus Graf 
zu Gelnhausen dem Closter Merolz gethan", durch ein Repertorium des Archivs zu Büdingen bestätigt, welches 
eine kaiserlich contirmirte erhebliche Schenkung zu dem gleichen Jahr aufführt (vergleiche Gotbertilscapelle in 
Gelnhausen p. 81). 
Das Kloster war stets unbedeutend und arm, und schon 1207 (Urk. I, p. 98) sagt König Philipp von 
ihm: es! quedam congregatio sanctimovzialiuvn "apud quandam pauperezn ecclasianz que dicimr Mirolelis et illnd 
claustmzm in bonis nostris es! constitutuwn (cf. den bei Hailer erwähnten Gütertausch). 
Im Jahr 1265 gestattet desshalb Erzbischof Wemer von Mainz ad emendaredarlz prebendavn Ivestranz que 
tenuis 0st die Incorporation der Kirche zu Mittlau, Urk. I, p. 301 und Erzbischof Gerhard 1294 die der Gotbertus- 
capelle zu Gelnhausen (Urk. I, p. 544). Auch scheinen geistliche wie weltliche Herren das wehrlose Nonnen- 
kloster geschädigt zu haben, denn 1359 (Urk. III, p. 234) beauftragt Papst Innocenz den Bischof Conrad von Budua 
auf Bitten des Klosters mit der Vennögensverwaltung, besonders mitder Wiederbeschaßung,verlorenen Besitzes, 
und noch 1364 controlirt Conrad die Abrechnungen der Einkünfte des Klosters. 
Die Insassen desselben scheinen meist Gelnhäuser Patricier- und Biirgerfamilien angehört zu haben, 
denn wiederholt kommen die Namen der Breidenbach, Buches, Cleeberg, von der Ecke etc. vor. Im Jahr 1295 
musste aber der Erzbischof von Mainz die Zahl der Nonnen auf 40 nomriren, da eine über die Mittel hinaus- 
gehende Aufnahme stattgefunden hatte (Urk. I, p. 549). An der Spitze der Klosterfrauen stand eine magistra
	        

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