Full text: Kreis Gelnhausen : Text (1)

Lanzingen. 
Dorf von2OO Einwohnern, 11]? Stunden östlich von Gelnhausen. Der Name kommt 1339 als Lauczen- 
gesesse in der Urkunde vor, durch welche der Streit zwischen Mainz und Hanau wegen der Rieneker Erb- 
schaft entschieden wurde (cf. p. 157). Sowohl in dieser als der heutigen Form ist er patronymisch von dem 
Eigennamen Lanzo abzuleiten (Amold hat p. 265 nur Lanzingen). 
Der Ort besitzt einige bemerkenswerthe Fachwerkhauten, darunter  
 Das Gemeindehaus. 
Es ist mit ca. 5:7 m wohl einer der kleinsten derartigen Baue, besitzt nur ein Stockwerk und auf 
der Mitte des Ziegeldaches einen achteckigen Dachreiter mit Glockendaeh und Dachfahne. Er enthält eine 
 Glocke von 0,45 unterem, 0,25 oberem Durchmesser und 0,32 Höhe, welche die Inschrift trägt: 
GOS  MICH  IOIIANS (sie) UND  ADREAS (sie) SCHNDEWIND (sie) IN  (sie) ANO 1709. 
Leider ist mit dem Thürsturz auch das sicher hier eingeschnittene Datum des Baues verloren gegangen. 
Den Formen nach "dürfte er aber mit der Glocke gleichzeitig sein. Von den übrigen Holzbauten ist Nr. 15 
mit origineller Schindeldeeoration von 1799 hemerkenswerth 1). Einige Scheuernthiiren haben noch die alten 
hölzernen Riegelschlösser.    
Lettgenbrunn. 
Dorf von 250 Einwohnern, 4 Stunden östlich von (jlelnhaiusen. Gehörte ehemals zum Gericht Vilbach, 
jetzt zu Orb. 
Der alte Name lautet Letchinbrunu und ist von lettig I argillosus, thonig, lclnnig, abzuleiten (Arnold 
p. 327).   
Das mitten im Wald liegende Dörfchen scheint ebenso wie Vilbach, durch die Burg Beilstein und den 
Glashiittenbetrieb in der Nähe, erst spät entstanden zu sein, und zwar auf gerodetem herrschaftlichem Boden, 
wesshalb auch ungemessene Frohnden mit Hand und Gespann zu leisten, anderseits ausgedehnte läerechtigungen 
im Wald zugestanden waren. Näheres giebt übrigens ohne genügende urkundliche Ilelegc Wolf p. 56 seq. 
Das sog. Gericht Vilbach wird nur ein wegena- der Abgelegenheit beider Orte von dem zu Orb abgezwcigtes 
blosses Dorfgerieht gewesen sein, über dessen Einrichtung Wolf ebenfalls näheres bringt. 
 Im 3Ojährigen Krieg wurden 1634 beide Orte bis auf Kirche und zwei Häuser zerstört; das Gericht 
ging ein.  
Die 
Pfarnrkirche 
war ehemalslfilialcapelle von Orb. Erst 1783 wurde ein eigener Caplan für dieselbe bestellt. Der Bau selbst 
über welchen urkundliche Nachrichten aus dem Mittelzilter vollständig fehlen, hat wie Skizze und Grundriss 
auf Tab. 242 G zeigen, ein schlichtes rechteckiges Schiff, mit schmälerem polygon geschlossenem Chor, beide 
mit flacher Decke. Ueber der Mitte erhebtxsich ein kleiner Dachreiter mit Glockenhaube. Die Fenster iauf. 
1) Beide sind "für die hess. Holzbauten aufgenommen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.