Full text: Kreis des Eisenberges (N.F., Bd. 3)

Einführung 
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dem ganzen Schloß, 6mt und Gericht Lichtenfels belehnt. Ls ist die einzige adelige Familie 
unserer Gegend, die noch heute seit dem Mittelalter auf ihrem alten Burgsitz ansässig ge 
blieben ist. 
Ruch die Waldecker Grafen selber hatten im Gebiet unseres Kreises ihre Burgen 
und Schlösser. So besaßen sie in Korba ch wahrscheinlich schon seit dem 13. Jahrhundert 
ihr Schloß auf dem Oberen Herrenhof bei der Neustadt, das im 16. Jahrhundert neu errichtet, 
jedoch zu Beginn des 18. Jahrhunderts niedergelegt wurde. Vas Schloß aufdem Eisen- 
b erg war seit Mitte des 15. Jahrhunderts im Besitz der Grafen und wurde im Verlauf des 
16. Jahrhunderts erneuert und ausgebaut. Ls hat dem Rmt und späterem Kreis seinen Namen 
gegeben, Ruch hat sich seit 1487 eine Linie des gräflichen Hauses nach ihm benannt. 
vie Grafschaft Waldeck wurde seit dem Tode des Grafen Heinrich des Eisernen im Jahre 1397 
mehrfach unter die verschiedenen Mitglieder des gräflichen Hauses geteilt. Zwar hatte Graf 
Heinrich IV. gemeinsam mit der Ritterschaft des Landes, um den Besitz des erworbenen Landes 
auch für die Zukunft zu sichern und vor Zersplitterung zu bewahren, im Jahre 1344 ein 
E r b st a t u t aufgestellt, das die Nachfolge der ungeteilten Grafschaft nur einem der gräf 
lichen Nachkommen sichern sollte und jede Veräußerung von Landestcilen untersagte. Dieses 
Lrbstatut wurde von seinen Nachfolgern sogar mehrfach erneuert. 1349 bestätigte Kaiser- 
Karl IV. dem Grafen Heinrich IV. sogar die Grafschaft als erbeigentümlichen Rllodialbesitz 
und verlieh ihm die Reichsgrafenwürde. Damit wurde die Grafschaft Waldeck un 
mittelbares Neichslehen. Trotz des obengenannten Lrbstatuts kam es 1397 zur ersten 
Landesteilung unter den Söhnen Graf Heinrichs des Eisernen. Graf Rdolf IV. erhielt 
hierbei Schloß Landau und wurde der Begründer der älteren Landauer Linie. Graf 
Heinrich VII. erhielt Schloß Waldeck und wurde der Begründer der neueren Waldeckcr 
Linie. Über die Zuteilung der Ämter wird nichts gesagt, doch darf man mit Gewißheit an 
nehmen, daß das Gebiet des heutigen Eisenberger Kreises der neueren Waldecker Linie zufiel. 
Infolge fortgesetzter Streitigkeiten zwischen beiden Brüdern kam es im Jahre 1421 zu einem 
neuen Teilungsvertrag, der von den Landständen und den Bürgermeistern der Städte be 
schworen wurde. Durch die vielen Fehden waren die Grafen in große Geldschwierigkeiten ge 
raten. Daher verpfändete Graf Heinrich 1424 die Hälfte seines Landes an den hessischen Land 
grafen und ließ die Landstände und Untertanen dem Landgrafen huldigen. Jedoch schon zwei 
Jahre später, 1426, löste Mainz die hessische Pfandschaft ein und ließ sich dafür die Ämter 
Rhoden und Niederwildungen verpfänden. Trotzdem trug Graf Dtto III., der Nachfolger Rdolfs, 
1431 seinen Landesteil dem hessischen Landgrafen zu Lehen auf, und Graf Heinrich VII. 
folgte ihm 1438 für seinen Landesteil, so daß Landstände und Städte der gesamten Grafschaft 
im Jahre 1441 dem Landgrafen als ihrem Oberlehnsherren huldigten. 3m Jahre 1487 war es 
zu einer zweiten Landesteilung zwischen den Mitgliedern der Waldecker Linie, den 
Nachkommen Graf Wolrad I. gekommen. Graf Philipp II., ursprünglich zum geistlichen Stande 
bestimmt, hatte bereits seit dem Tode seines Bruders Graf Philipps I. die Regentschaft für 
dessen unmündigen Sohn Heinrich VIII. geführt. Rls dieser die Regierung übernahm, teilten sie 
ihren Landestcil untereinander. Philipp II. erhielt Schloß und Rmt Lisenberg und wurde der 
Begründer der älteren Eisenberger Linie, während Heinrich VIII. mit dem Schloß 
und Rmt Wildungen der Begründer der älteren Wil du nger Linie wurde. Das Stamm 
schloß Waldeck verblieb beiden Linien gemeinsam. Rls mit Graf Otto IV. im Jahre 1495 die 
Landauer Linie erlosch, kam es zu längeren Ruseinandersetzungen zwischen den beiden anderen 
gräflichen Linien, die erst im Jahre 1507 in einer d r i t t e n L a n d e s t e i l u n g ihren 6b- 
schluß fanden. Graf Philipp II. erhielt die Schlösser und Ämter Eisenberg, Lilhausen, Menge 
ringhausen, Landau und Wetterburg, sowie die Herrschaft Düdinghausen, während Graf Hein 
rich VIII. die Schlösser und Ämter Wildungen (ohne Niederwildungen) und Naumburg bekam. 
Die Städte Korbach, Niederwildungen, Sachsenberg und Freienhagen sowie die Schlösser und 
Ämter Waldeck und Rhoden verblieben gemeinschaftlicher Besitz. 
Das Zeitalter der Reformation schenkte dem Lande Waldeck einige hervorragende und 
bedeutende Persönlichkeiten des gräflichen Hauses. Graf Philipp III., Sohn Philipps II., führte 
gemeinsam mit seiner zweiten Gemahlin, der Gräfin 6nna, einer geborenen Prinzessin von
	        

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