Full text: Kreis des Eisenberges (N.F., Bd. 3)

102 
Korbach 
(5efd)icf)te. Curbecki (980), Curbyke (1036), Curbiki (1126), Curbike (1188), CurbeKi (1223), 
Curbyke (1228), Corbyke (1240), Corbike (1256), Coerbeyke (1420), Corbecke (1513), Tor- 
bach (1537), Cörbach (1600), Korbach (seit 1934). — 
6nlage eines befestigten Reichshofes schon in karolingischer Zeit. 980 übereignet Kaiser Gtto II. 
diesen tauschweise dem Stift Corvey. K. gehörte damals zum Ittergau. 1036 gibt Bischof Mein 
werk von Paderborn den Zehnten der „curia äominiealis Ourd^ks" nebst vier Vorwerken dem 
Kloster Busdorf bei Paderborn. 1073 soll — nach Chronisten des 16. Jh. — die Stadt ge 
gründet worden sein. 1126 vermachen die Tdle Matrone Riclinde und ihre Schwester Hriderun 
ihre Güter in K. dem Kloster Corvey. 1188 verleiht Bischof Bernhard II. von Paderborn auf 
Bitten des Grafen widekind von Schwalenberg und der Brüder Gottschalk und Johannes von 
Mühlhausen K. das Soester Stadtrecht. 1216 haben die Grafen von Schwalenberg und Wal- 
deck bereits einen eigenen Stadtrichter in K. 1227 nimmt nach einem Streit mit den Wal 
decker Grafen Bischof wilbrand von Paderborn K. wieder an sich und läßt die Bürger Treue 
schwören. Die Grafen volkwin und 6dolf verpflichten sich, in- und außerhalb von K. keine 
Befestigung anzulegen. 1228 werden zum erstenmal Ratsleute, 1255 auch ein Bürgermeister 
genannt. 1243 besitzt die Stadt ein eigenes Siegel. 1251 bestand eine Münze, und seit 1267 
wird eine Corbacher Währung genannt. 1265 wird zum erstenmal zwischen 6lt- und Neustadt 
unterschieden. 1271 bestätigen die Gebrüder Graf 6dolf, Graf Gottfried und Graf Gtto von 
Waldeck der Stadt ihre bisherigen Rechte, von 1194 bis 1354 kommen adlige Ministerialen 
und Ritter von Corbach vor. 1298 verkauft Graf Gtto I. von Waldeck sein Haus und seinen 
Hof bei der Rltstädter Kirche (wahrscheinlich den alten Herrenhof Corbach) an das Lister- 
cienser Kloster Bredelar, der seitdem „Mönchehof" genannt wird. Im 14. Jh. hatten die Cdel- 
herren Heinemann von Itter 100 Hufen in der Korbacher Feldmark von Kloster Corvey zu 
Lehen. 1311 werden Ratsleute der Reustadt genannt. 6m 22. Januar 1349 weilte Kaiser 
Karl IV. in den Mauern der Stadt. 1363 besitzen die Waldecker Grafen in K. eine „Stein 
kammer". 6m 10. März 1366 überfällt Graf Heinrich der Eiserne von Waldeck nach vor 
ausgegangenen Streitigkeiten die Stadt mit 300 Bewaffneten und bringt sie wieder unter 
seine Botmäßigkeit. Cr läkt am 18. Mai desselben Jahres Bürgermeister und Räte beider 
Städte auf ewige Zeiten Treue und Urfehde schwören und verspricht seinerseits, ihre Rechte 
zu wahren. 1367 wird eine Wasserleitung vom Lindenborn bei Lengefeld nach K. angelegt. 
1370 gibt Graf Heinrich der Eiserne der Stadt eine Gerichtsordnung, stellt ihr erneut einen 
Schutzbrief aus und erlaubt ihr, sich nach Bedarf weiter zu befestigen. 6m 6. Oktober 1377 
beschließen 6lt- und Neustadt K. sich zu vereinigen und künftig einen gemeinsamen Bürger 
meister und Rat einzusetzen, sowie zwischen beiden Städten ein neues Rathaus zu erbauen, 
worin auch das Gericht seinen Sitz haben solle. 1397 stellen die Grafen Heinrich VII. und 
6dolf III. nach vorausgegangener Huldigung einen Schutzbrief aus. 1413—18 beteiligt sich die 
Stadt an der padberger Hehde auf Seiten der Waldecker Grafen. 1420 werden die Statuten 
der Stadt verzeichnet. 1438 tragen die Grasen Heinrich VII. und Wolrad I. von Waldeck ihren 
Landesteil dem Landgrafen von Hessen zu Lehen auf, darunter auch die Stadt K. 1441 sprechen 
dieselben Grasen die Stadt von ihrem Treuegelöbnis frei, worauf diese dem Landgrafen von 
Hessen als Oberlehnsherrn huldigt. — 
Die Stadt Korbach hat ihr rasches Emporblühen im 14. und 15. Jh. vor allem der Entwicklung 
des Handwerkerstandes und ihrer zeitweiligen Zugehörigkeit zur Hansa zu verdanken. Hand 
werkerzünfte und Gilden werden seit Beginn des 14. Jh. genannt, so der Bäcker seit 1325, 
der Metzger und der Leineweber seit 1348, der Sckneider seit 1350, der Wollweber seit 1361, 
der Schmiede seit 1370, zusammen mit den Harnischmachern seit 1415. der Kaufleute seit 1394. 
1443 schließen sich die Böttcher. Steinmetzen. Zimmerleute und Wagner zur „Elendsbrüder 
schaft" zusammen. Ein Goldschmied wird bereits 1363 genannt. 6nläßlich der Städtevereinigung 
von 1377 finden die Gildenhäuser, in denen der gräfliche Richter bis dahin Gericht gehalten 
bat, Erwähnung. Seit diesem Jahr werden ans dem Handwerkerstand jährlich zwei städtische 
Baumeister gewählt. 1383 erließ Graf Heinrich der Eiserne für das Handwerk eine Lohnord 
nung. — von religiösen Brüderschaften bestanden in Korbach: vie Memorienherren, 1473 
bis 1543 genannt. Die Kalandsbrüderfchaft wird 1386 von Graf Heinrich dem Eisernen in
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.