Full text: Kreis Wolfhagen (N.F., Bd. 1)

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Ehringen 
Ehrmgen 
Dorf im Tale -er Erpe, an der Straße Wolfhagen—volkmarscn in ebenem Gelände. 745 Ein 
wohner. Die Anlage des Dorfes, das sich in seiner Nebeneinanderreihung gleichlaufender Straßen 
züge als eine „Addition von Straßendörfern" darstellt, ähnelt darin der einer Stadt. Städte 
baulich reizvoll ist die Staffelung der Giebelhäuser an der westlichsten Straße, der Durchgangs 
straße, mit Blick in Richtung auf Volkmarsen. 
Quellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden 1074—1728. waldeckcr Urkunden. Ratasterbuch, 
5 Bde. 1781. Steuertabclle 1737. Gemeinderechnungen ab 1789. Konsistoriumsakten. 
Karten und Pläne. Staatsarchiv Marburg: Gem.-K. von Grimmel 1699. Dorfkarte 
Taf. 922 von Otto 1778. Zehntkarte um 1800. Gem.-K. in 36 Bl. 1872/76. 
Literatur. Classen, 242. Dehn-Rotfelser-Loth, 33. Hochhuth, 235. G. Landau, Der Zreistuhl 
zu Ehringen, ZHG, II, 298. Reimer, OL 104. Ritter, 96. Wests. UB. 
(&Cfd)id)tC. Erungun um 1015. Heringe 1074. Lringen 1251. Iringen 1517. — Gehörte ur 
sprünglich zu Paderborn, seit dem 13. Ih. zu waldcck. 1438 und 1456 an Hessen verpfändet. 1472 
an waldeck wieder zurück. 1534 wieder im Besitz von Hessen. 1631 verzichtet waldeck endgültig. 
Besonderes Gericht im Amt Wolfhagen. Großer Dorfbrand 1738. 
Kirche 
Lv., 8ilial in Viesebeck. 
In der Mitte des Dorfes auf dem ummauerten Kirchhof zwischen Straße und Erpe. 
Kirchenbücher: ab 1655. Reg. ab 1830. protokollbuch der Chorsänger-Vereinigung von 1749 an. 
Pfarrerverzeichnis ab 1634. 
(öefcfyicfytC* 1234/37 schenkt Graf Adolf von Schwalcnberg-Waldeck die Kirche dem Kloster 
Arolsen. Schenkung 1251 von Kardinal Hugo bestätigt. Patronat nach Aufhebung des Klosters 
1533 Grafen von Waldcck. — Von urspr. román. Bau Turm erhalten. Schiff gotisch. Chor spät 
gotisch (2. H. 15. Ih.). Turmobergeschoß mit Haube nach Brand 1742 erneuert. 1880/81 um 
fassende wiederherftcllungsarbeiten. 1904 Einbruch der Tür an der Nordseite des Turmes an 
stelle eines 8ensters. Letzte Wiederherstellung 1927. 
Bestand 
Grundriß. Nahezu quadratischer wcstturm, romanischer Wehrturm; das gotische Schiff 
in der 8luchtseite der Nordwand anschließend und in seiner Achse etwas nach Süden abgebogen, 
einschiffig aus zwei querrechteckigen Iochen mit quadratischem Chor (Abb. 22). 
Taf. 9» Ausri ß : Äußeres. Turm, wuchtiges Massiv aus vorwiegend roten Sandsteinblöcken, 
steinsichtig verputzt, Kanten in Quadern gefaßt. Unter dem Glockengeschoß umlaufendes Kaff 
gesims. An der Südseite hochliegender, zum ersten Obergeschoß führender Turmeingang, im äuße 
ren Gewände gerade, im inneren im Rundbogen geschlossen. Heute führt längs der Turmsüdwand 
eine überdachte Holztreppe mit Stabgitter auf steinernem Unterbau hinauf, offenbar anstelle eines 
im Ansatz erhaltenen, ebenfalls nicht ursprünglichen runden Treppentürmchens. An Nordseite mo 
derner Turmeingang an Stelle eines vermauerten Spitzbogenfensters im Charakter der Kircheu- 
fcnstcr (nach altem Photo). Spuren noch sichtbar. Schlichte Luken. Zu der erneuerten Glockent- 
stube allseitig je eine hohe Schallöffnung mit im Rundbogen geschlossenem Werkfteingewände. 
Dieses an der Nord- und Südseite außen gekehlt und mit Ansatzstelle für einen gekehlten Mittel-
	        

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