Objekt: Darf moussierender Obst- oder Fruchtwein "Sekt" genannt werden?

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jenigen Teil der Flaschenausstattung, welcher für den Verkehr die 
Hauptsache bildet, dem Hauptetikett, jede Hinweisung darauf, daß 
man es nur mit einem Obstprodukt zu tun hat. 
3. Der Beklagte versieht seine Deklarationsstreifen entgegen 
den Ausführungsbestimmungen mit dein Zusatz „Deutsches Erzeug- 
nis", welcher lediglich dem eigentlichen Schaumwein vorbehalten ist. 
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dies Alles nur 
geschieht, um beim Publikum den Anschein eines besonders günstigen 
Angebots hervorzurufen. Die ganze Ausstattung der Flaschen ist in 
jeder Weise die einer echten Sektmarke; daß es sich nicht um den Sekt 
aus Weintrauben, sondern nur um ein dem Schaumwein ähnliches 
Getränke aus Obstsäften handelt, soll den: Konsumenten nicht zum 
Bewustsein kommen; die ganze Aufmachung der Flasche die Marke 
„Boller Sekt", der nur bei echtem Weinsekt zulässige Zusatz „Deutsches 
Erzeugnis", die fehlende Hinweisung auf die Imprägnierung mit 
künstlicher Kohlensäure, dies alles sind Umstände, welche nur geeignet 
sind, diesen Irrtum des Konsumenten zu unterstützen. Man denke 
nur an unlautere Unterschiebungen seitens unreeller Wirte zu vorge- 
rückter Stunde und bei animierter Stimmung der Konsumenten! 
Es braucht von der Flasche nur das Halsetikett losgelöst zu werden, 
und der einzige kleine Hinweis auf die geringwertige Herkunft des 
Getränkes ist beseitigt. Ganz besonders charakteristisch ist in dieser 
Beziehung die Blechreklametafel, welche bei entsprechend hoher Auf- 
hängung gar nicht den Gedanken aufkommen läßt, daß es sich beim 
Boller Sekt um Obstschaumwein handeln könne. 
Welche Absichten den Beklagten bei seinem Unternehmen 
und bei der Art seiner Reklame und Ausstattungen leiten, erhellt ganz 
klar aus einer Rede, welche er am 29. November 1909 zu Frankfurt 
auf der 6. Hauptversammlung des Verbandes der deutschen Obst- und 
Beerenweinkeltereien gehalten hat. Er hat darin nach dem offiziellen 
Bericht wörtlich gesagt: 
„Durch die vielen Zusätze auf den Etiketten stoßen wir die 
Leute zu sehr darauf, daß es sich um Obst-Schaumwein han- 
delt. Dies ist nicht nötig, die Leute wollen einen billigen 
Schaumwein trinken, aber nicht stets vor Augen geführt 
haben, aus was er gemacht ist". 
Es ist daraus zu erkennen, wie bei manchen Fabrikanten 
den Absichten des Weingesetzes entgegengearbeitet wird, und wie sie 
es verstehen, ihre Ansichten und Wünsche mit denjenigen des konsu- 
mierenden Pubikums verwechslen!
	        
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