Full text: 70 Jahre Flugplatz Fritzlar 1938 - 2008

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Drei Flugplätze bei Fritzlar 
Neben dem Fliegerhorst im 
Süden Fritzlars gab es auch 
noch das bekannte Gras-
gelände „Fritzlar-Nord“ auf 
dem Exerzierplatz an der 
Kasseler Warte, das bis 
Kriegsende vermutlich als 
Hilfs- bzw. Scheinflugplatz 
diente. Seit 1944 gab es 
ostwärts davon eine Baustelle 
für eine neue, betonierte 
Start- und Landebahn, die in 
amerikanischen Quellen 
„Fritzlar-Nord-eins“ bezeich-
net wird. Diese Bahn mit 
einem Rollweg nach Fritzlar-
Nord war vermutlich schon 
für die Einführung des 
Strahlflugzeugs  Me 262 vorgesehen, das eine längere und vor allem betonierte Start- 
und Landebahn benötigte. Zeitzeugenaussagen, Planungsgrundsätze für die Erweiterung 
von Fliegerhorsten und amerikanische Untersuchungen belegen diese Vermutung. Offen 
bleibt die Frage nach der Errichtung weiterer Bauwerke für den Betrieb eines Fritzlarer 
„Nebenflugplatzes“. Einen entsprechenden Baustab soll es bereits 1939 gegeben haben. 
Zu dieser Zeit wurden Piloten der ehemals in Fritzlar stationierten I./KG 54 auf dem 
Flugplatz Giebelstadt südlich Würzburg auf das neue Wunderflugzeug umgeschult. 
 
Luftschutzbunker nördlich der Eder 
Für den Fliegerhorst gab es lange Zeit keinen besonderen Luftschutzbunker. Noch im 
Mai 1943 begaben sich die Angehörigen der Junkerswerke nach dem Fliegeralarm im 
Zusammenhang mit dem Angriff auf die Edertalsperre in die entsprechenden LS-Keller 
ihrer Gebäude und nicht in einen gesonderten Bunker. Einen solchen hat es jedoch 
später gegeben, denn im Oktober 1944 werden alle Soldaten und Zivilisten in einem 
Kommandanturbefehl belehrt, „bei Fliegeralarm sofort den Horst zu verlassen und auf 
dem überdachten Zugang den für das Militär vorgesehenen Stollen / LS-Bunker jenseits 
der Eder aufzusuchen. Dieser befand sich also nördlich der Eder am heute stark 
verbuschten Südhang des Roten Rains und war über eine Holzbrücke zu erreichen. 
 
September 1944:  III. Gruppe/Nachtjagdgeschwader 1 (NJG 1) 
Die mit dem Ende der Produktion der Junkerswerke wieder verfügbaren Kapazitäten des 
Flugplatzes wurden von September 1944 bis März 1945 durch die III. Gruppe NJG 1 
genutzt. Die Gruppe kam vom Flugplatz Ailertchen im Westerwald und war in dieser 
Zeit mit 35-40 Messerschmitt BF 110G  und  5-8  Junkers Ju 88G ausgerüstet. Der seit 
Mitte 1944 einsetzende Mangel an Flugbenzin führte Anfang 1945 neben anderen 
Fliegerwaffenschulen auch an der Nachtjagdschule zur Einstellung der Ausbildung. Die 
Staffeln der Schule wurden nach und nach in die Einsatzgeschwader eingegliedert. So 
kommt die 6. (oder 9.) Staffel NJG 101 (Schule) noch im März 1945 nach Fritzlar.
        

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