Full text: Bucheinbände des XV. bis XVIII. Jahrhunderts

überdeckt, bei A rother, bei C grüner Atlas ohne das Gold. 
D ist mit Kalbleder überzogen, E mit rothem Papier. 
Die weitere Decoration besteht aus Golddruck, der auf 
Einband: Pappe mit dunkelscharlachrothem Maroquin, 260, 
zloo . 30. 
den 3 abgebildeten ersichtlich, bei E aus einfachen Rollenrahmen 
und einem Mittelornament in Gold besteht. Eigentluümlich ist 
Haftung mit 5 Doppelbünden etc. etc. wie oben, glatter 
Goldschnitt. Rückenfelder ähnlich wie bei dem vorhergehenden 
Band auch mit Titel. 
von D. 
umzieht 
und C 
Rand. 
Die Mitten nehmen 
2 verschiedene 
rechtepkige 
Stöcke 
Der Charakter des Filigrans ist ein Wesentlich anderer als 
vorigen Band, 
unterscheiden sich 
wieder 
ein, während die Ecken mit Engelsiiguren in dreieckigen Car- 
tuschen das Mittelstück berühren. Die verbleibenden Stücke 
von allen folgenden Heidelberger Einbänden durch den Mangel 
eines festen Gerüstes, welches dort stets durch krummlinige 
sind vorn blau mit schwarzen Querstreifen, hinten weiss marm0- 
rirt bemalt. Ecken und Stöcke sind ganz vergoldet, in Relief 
gepresst und dieses dann auf das bunteste mit Lasurfarben be- 
malt, und zwar sehr ungeschickt. Der vordere Stock hat in 
ovalem Inschriftrahmen das hessische Wappen, in den Zwickeln 
kümmerliche Cartuschen mit Engelsköpfen, darunter steht eine 
Bänder oder Linienrahmen hergestellt ist. 
Der erste Band T. XX. 
von le Gascon 
rühren, 
Cassel 
Heidelberg 
entstanden 
Wenn es eins der in den dortigen Catalogen bezeichneten Exem- 
plare ist, so muss es nach dem baldigen Tod ihrer Mutter diä 
Pfalzgräün erhalten haben - consolations contre 1a mort - da 
Inschrifttafel. 
Die Umschrift des Wappens lautet: 
VON ' GOTTES ' GNADEN ' LANDGRAFF ' MORITZ ' SIMBO- 
ein gebundenes Widmungsexemplar sicher an dieselbe gelangt 
war." Weitere Vergleiche ergeben vielleicht noch ein sicheres 
LVM ' CONSILIO ' ET ' VIRTVT E ' BEDECHTIG ' VND ' KIEN 
Resultat. 
(kühn!) . 
Die Tafel: 
HANS ' BAPEST ' VON ' ERFFVRDT [ BV CHBIN DER ' IN ' 
Es ist nicht undenkbar, dass das 
erstere Exemplar, wenn 
SCHMALKALDEN 
es nach Heidelberg kam, den Anstoss zur Adoption dieses schö- 
nen Styles und zur Anschaffung der betr. Stempel gab. 
Der Stock der Rückseite 
eine breite Borte von einer 
Ranke mit grossen Blumen gebildet, darin ein rautenförrniges 
Feld mit einem Blumenstrauss in einer Vase. Dieser Stock 
Tafel 
XXII. 
BIBLIA, 
ganze 
heilige 
Schrift 
wurde bei den Bänden A und C ebenfalls in Gold aufgedrucktl 
und dann Durchbrechungen an Stelle der Blumen gesetzt, so- 
dass die Ranken sich dazwischen hinschlängeln. Ebenso bedingte 
die Blumenvase die betreffenden Durchbrechungen und ist noch 
erkennbar. Zum Ausschlagen dienten Hohlmeisel und ein Zacken- 
eisen, wie sie bei Sattlern üblich. Auch der Rücken von B 
ist durchbrochen und unterlegt. Das Mittelfeld ist hier anders 
Frankfurt 
1668. 
Mit churpfälzischem als d. h. Reichs Vicarii . . . . . Privilegio. 
Cassel, Biblia germ. fol. 3. (H: geistliche Bücher fol. 23). 
Einband: Starke Pappe mit rothem Maroquin überzogen, 46 5, 
290 . 1 20, 6 Doppelseilbunde, Fitz, Capitäl an Pergamentstreif mit 
Zwischenlage und farbiger Seide umstochen. Goldschnitt glatt. 
decorirt, wie aus der Abbildung zu ersehen. 
Decoration: Rückenfelder mit Doppellinien eingefasst, in 
Tafel XX. 
 
 
DRELINCOURT, les consolations de Päme 
. contre 1a mort. Charenton 1651. 
fldörle 
Cassel, theol. moral. 40 3. 
Das Werk ist der Landgräiin von Hessen: 1a. douairiere prin- 
cesse de Pimpire, also der Landgräün Amalie Elisabeth, gewidmet. 
Einband: Pappe mit dunkelscharlachrothem Maroquin 240, 
190 . 30. 
Heftung mit 5 Bünden und Fitz. 
Capitäl 
mit Seide 
11m- 
stochen. Goldschnitt glatt. 
Decoration: Im Styl le Gascon-Badier mit feinstem Filigran- 
ornament bedeckt, welches aus lauter kleinen Stempeln zusam- 
mengesetzt ist und von einer Rollenborte umgeben wird. Die 
Rückenfelder sind mit Eckquadranten und einer centralen Fili- 
granblume geschmückt, auf dem zweiten von oben der Titeli 
Consolations 1 contre l la mort. 
den Ecken drei eckige und in der Mitte langrautenförmige, aus 
den kleinen Stempeln der Vorderseite sowie einigen bei Taf. XXIVA 
vorkommenden zusammengesetzten Ornamente. Ueber die Bunde 
läuft eine Rollenlinie aus Ovalen und Quadraten. Die beiden 
Decken sind ganz im Filigranstyl behandelt, sodass der Rahmen 
recht wohl ebenso auch in wirklichem Drahtiiligran hergestellt 
sein könnte. Die fir den deutschen Filigranstyl charakteristi- 
schen Radialrosetten (auch mit Fächern verglichen) sind hier mit 
einem Stempel gepresst, der einen Halbkreis umfasst. Das 
Wappen von Churpfalz findet sich auf vielen Bänden der ehemal. 
Heidelberger Hofbibliothek (unter andern auf unserer Taf. XXVI) 
und beweist, dass dieselben in der gleichen Werkstatt herge- 
Dieselbe 
besass 
noch Wappenstempel 
der selben Zeichnung, nur grösser, den bei Taf. XXV abgebildeten 
und noch einen weiteren, welcher nur auf einfachen Kalbleder- 
bänden vorkommt. 
Diese Werkstätte kann den Umständen nach nur eine Hei- 
Tafel 
XXI. 
delberger und zwar Hofbuchbinderei gewesen sein, wie eine 
solche urkundlich für Pfalzgraf Otto Heinrich belegt ist. (cf. Ein- 
DRELINCOURT, 
ädition. 
les consolations . . . nouvelle 
Charenton 1669. 
leitung). Ich stelle diesen Band voran, I weil ef auch für die 
Tab. XXIII und XXIVA abgebildeten die Heidelberger Ab- 
stammung beweist. 
Cassel, theol. mor, 40 2. 
Tab. XXIII hat nämlich zunächst die gleiche Randborte, den- 
selben Vierblattstengel 
die grosse Blattranke, 
welche sich 
Mit der gleichen Widmung wie der vorhergehende Band, 
obgleich Amalie Elisabeth bereits 1651 gestorben war. Auch 
in den Weiteren Ausgaben läuft die Widmung mit. 
hier (in den Eckfeldern und den langseits benachbarten) finden, 
auch die geschlossene Ovallinie ist die gleiche. Die halbe Rosette 
von XXII fmdet sich mit aälen kleinen Fehlern auf XXIVA wie-
	        

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