Full text: Bucheinbände des XV. bis XVIII. Jahrhunderts

rechts und links in halber Höhe mit H. W. einmal verkehrt steht. 
Die bei dem Golddruck 
der Contouren und Schraffirungen mit 
diesem Stempel hervorgequollenen Riemen wurden mit trüben 
Lackfarben  blau, Weiss und roth  bemalt und zwar auf 
Schnitt vergoldet, gepunzt, geschabt. 
Decoration beiderszaits gleich. Die bei 
Druck 
grossen Stockes vorgequollenen Bänder mit rother, weisser und 
beiden 
Deckeln 
verschieden. 
leergebliebene 
mittlere 
Feld wurde dann vorn 
das Portrait des Herzogs Ioh. Wilhelm, 
grüner Lackfarbe bemalt. In die Mittelöffnung ist ein kleiner 
Stock ungenau eingesetzt. Die Rückseite hat eine andere 
Randrolle, in welcher zwischen Ranken ein Schildchen mit 
hinten das sächsische Wappen gedruckt. Die Rückenfelder sind 
ebenfalls mit den 3 Farben in schrägen Zonen bemalt. 
Aehnliche Bände sind mehrfach von Stockbauer u. a. pu- 
anhängendem 
Monogramm 
vorkommt. 
Letzteres 
blicirt. 
Dieser kam als Geschenk von Hof zu Hof zur Zeit des 
allein auf dem Vorderschnitt. (Die Rückseite ist wegen zu 
starker Beschädigungen nicht abzubilden gewesen). Die Car- 
tusche dieses Bandes kommt noch mehrfach in identischer oder 
Druckes nach Cassel. 
minimal 
abweichender 
Gestalt 
nach meiner bei 
Tafel 
XVII. 
BIBLIORUM pars I. Frankfurt 
alM. 
1575- 
Cassel, biblia lat. fol. 14. 
Taf. X12. ausgesprochenen Annahme der gegossenen Doubletten 
und der Retouche mittelst Gravirung sehr gut begreift. Ich 
führe an: x) einen weissen schönen Blinddruck Giessen X 7171. 
Hier steht im Oval das Portrait des Herzogs (Christoph v. Wür- 
Einband : 
Starke geklebte Pappe mit braunem Kalbleder. 
240, 390. 45.   
Heftung mit 4 Doppelseilbunden und 5 einfachen sowie 
Fitz, auch die einfachen Bunde sind benutzt. Capitäl an einem 
Pergamentstreif mit Papierröllchen blau und roth angestochen. 
2 abgerissene Binderiemchen. Goldschnitt mit gepunzten Ran- 
ken, deren Blätter ausradirt sind. 
temberg. Die Differenz eines glatten Ovalrahmens kann durch 
Graviren der Blätter bei den andern entstanden, jener das Original 
sein. Zu der letztern Gattung gehören: 2) Cassel, philos. gener. 
f. 412, 3) Marburg XIV c 5321) 4) Giessen S. 39, 883. N0. 3 hat 
den Eintrag emptus Tubingae ao 1605, was zu meiner Annahme 
passen würde, dass der Stempel in Stuttgart entstand. 
Decoration beiderseits ganz gleich. Geschickt verschlunge- 
nes, mit Gold contourirtes Rankenwerk überspinnt die ganze 
Tafel 
XIX. 
Decke in mehreren Zügen, von welchen der die 4 grösseren 
weissen Felder umgebende mattblau, der um die eckigen rothen 
Felder laufende versilbert ist. Die Felder sind aus dünnge- 
A. Cassel 
bibl. lat. 40 x 3. 
B. Marburg C. Marburg 
XIXb B 266. Dr. F. Iusti. 
D. Giessen 
V. 1 6,060. 
E. Marburg 
Staats  Archiv; 
schnittenem weissem Leder aufgelegt, welches zu den eckigen 
carminroth bemalt 'wurde. Die kleinen Kreise in den Knoten 
des Riemenwcrks sind mit Zinnober direkt auf das Kalbleder 
Ich fasse die Beschreibung von 5 Exemplaren eines Werkes 
zusammen, von denen 3 hier abgebildet sind, während das mit 
D bezeichnete, so mangelhaft ausgeführt und verdorben ist, dass 
gemalt. Der Grund ist roth, blau grün, gelb, Weiss gesprenkelt, 
die Felder mit Goldpunkten besät. Feine Goldranken in Gold- 
blätter mit schrafürtem Kern auslaufend, durchziehen den Grund 
ein Lichtdruck kaum erkennbar sein würde. War doch die Ent- 
und dringen, die Rahmen durchbohrend, in die Felder, den Con- 
trast der grellen Farben mildernd. Der äusserste goldcontourirte 
iStreif ist grün bemalt. Die Bunde sind mit Gold schräg ge- 
streift (Seil  die doppelten mit Mittellinie. Die Rückenfelder 
mit abwechselnd rothem und blauem Rahmen eingefasst, tragen 
2'G0ldb1umen. Auf den Stehkanten sind noch einmal der Bund- 
eintheilung entsprechend abwechselnd Längs- und Quergoldlinien. 
Der Band ist sowohl dem Wappen nach als nach dem 
Monogramm F(ridericus) P(a1atinus) C(0mes) in der Heidelberger 
Hof-Buchbinderei entstanden und als Geschenk in die von Wil- 
zilTerung der Inschriften aus welchen wir den Verfertiger dieser 
interessanten Einbandgruppe kennen lernen nur bei geschickte- 
ster Beleuchtung mit vielem Zeitaufwand, aber schliesslich doch 
zweifellos sicher möglich. 
Davidis  regii prophetae 1 Psalterium  vario genere  
carminis latine redditum ab illustrissimo princi  pe ac Domino 
Mauritio  Hassiae Landgravio etc. Excussum Schmalkaldiae. 
Bei C und D hat das letzte Blatt ein hess. Wappen, darunter: 
Schmalkaldiae Michael Schmuck imprimebat 1593. 
Von obigen Exemplaren sind mit des Landgrafen eigen- 
händiger Widmung versehen: 
A) Ioachimo Abbati Hersfeldensis Ecclesiae amico suo 
helm IV. angelegte Bibelsvammlung zu Cassel gekommen. Bei 
dem ersten Band liess es Friedrich bewenden, die weiteren wur- 
donat.    13. Iulii 1595.  
B) Academicae Bibliothecae Marburgensi dicatum donatum  
den einfacher eingebunden. II und III sind von Wilhelm IV 
mit seinem schönen Kalblederband mit Rollendruck und vorn 
6. Ianuarii eod.  
C) Illustrissimo principi L. Georgio patruo carissimo do- 
hessischen und würtembergischen Wappen übereinander einge- 
bunden. In I findet sich handschriftlich, leider ausgekratzt, wie 
 nat.    IO. Maij eod.  
ich lese: Ad Bibliothecä Hessiacäf. was ganz zu obiger An- 
D) ohne eigenhänd. Widmung aus dem Beslitz des- dem 
Landgr. befreundeten RentmeisterS „Conrad Bachman- 
nahme passt.  
Tafel 
XVIII. 
CONCORDIA, 
christliche 
wiederholte 
einmütige 
Bekenntnüs 
nachbenannter 
Tübingen 
1580. 
nus Milsungensis." 
Die 2 Exemplare der Darmstädter Hofbibliothek haben 
leider keinen hierher gehörigen Einband, eins stammt aus der 
Bibliothek des Landgrafen Philipp in Butzbach und hat den 
hessischen Löwen in Gold auf braunem Leder mit Randlinien. 
Cassel, hist. eccles. ref. fol. 4.V 
Einband: Starke geklebte Pappe mit Kalbleder. 210, 325  
6 Doppelseilbunde Fitz und auf Pergamentstreif roth-Weiss 
angestochenes Kapitäl. 
Bindebänder. 
Einband: Bei allen dünne Pappe 185, 150.25. Dieselbe 
ist bei A B C mit polirtem Schweinspergament überzogen, wel- 
ches in der abgebildeten Weise durchbrochen ist, sodass eine 
farbige Zwischenlage zum Vorschein kommt. Diese ist bei B 
grüner Seidenatlas mit einem lockern Gewebe von Goldlahn
	        

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