Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1800)

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che» es vordem mit Recht ver 
diente, aber jetzt durch Unsere 
Unbedachtsamkeit plötzlich ver« 
lobrctt hat. 
l. Ein Holz, dessen Fibern 
dicht und fest zusammtngewrbt, 
und dessen Saftröhren von we 
nig oder gar keinen Feuchtig 
keiten ausgedehnt sind, ist nach 
Theorie und Erfahrung das 
Veste Zimmerholz zu Gebäuden. 
Diele Eigenschaften geben ihm 
nicht nur v»e ersorderliche Stär 
ke , sehr lange die Gewalt ver 
äußeren Luft auszuhalten, son 
dern verwahren es auch gegen 
Spalten und Ritzen, wrlche 
de» besten Trocknungen unter 
andern Umständen von dem 
Zusammenpacken der ausge 
dehnten Saftröhren, unstreitig 
ihren Ursprung herleiten. 
Wenn wir uns daher ei» 
gutes und dauerhaftes Zimmer 
holz wünschen, so wüsten wir 
unsere Gedanken auf die Unter 
suchung ver Umstande richten, 
unter weichen die vorbenannten 
Eigenschaften vorzüglich bei un 
fern zum Zimmerholz! auSgrjetz- 
ten Wäldern angetroffen wer 
den können. Unter diesen scheint 
wieder besonders dir mehr oder 
wenigen Reife des Holzes un 
sere erste Aufmerksamkeit zu 
verdienen. 
Sowohl eine allgemein be 
kannte Erfahrung, als alle 
phpsiologischen Untersuchungen 
überzeugen uns auf das kräf 
tigste, daß nicht weniger Thiere 
als Gewächse, mit einem Wort 
alle organischen Körper wäh 
rend ihres Wachsthums, oder 
ehe sie ihre völlige Reife erlangt 
haben, in ihren Fibern weich, 
von einer losen Zusammensez- 
zung , und ihre Saftröhren 
häufig mit Feuchtigkeiten ange 
füllt sind. Machen wir nun 
hievon die Anwendung auf un 
ser Bauholz, so finden wir deut 
lich, daß es, wenn man es in 
seinem besten Wachsthum oder 
vor feiner gehörigen Reife fällt, 
nichts anders als diesen Uoge- 
legenheitea, über die man sich 
beklagt, daß sie dem in unsern 
Zeiten zum Bauen angewand 
ten Zimmerholze mit folgen, 
ausgesetzt werden. Keine Vor 
schrift wird deshalb beim Füllen 
des Zimmerholzes natürlicher, 
als die, daß i)kein unzeitigeS 
Holz zu Bauholz gefällt oder 
gebraucht werben muß. Aber 
der Zeitpunkt, wo ein Holz feine 
gehörige Reife erreicht hat,dürfte 
mancher mit gutem Grunde ein 
wenden, wird nicht so leicht 
für ein jedes mit Sicherheit be 
stimmt? Wahr ist es auch, daß
	        

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