Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1799)

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Daumen ; wenn es sich nun 
fein und nicht ölig oder klebrig 
anfühlt, und nicht viel an der 
Hand hängen bleibt, so ist das 
em Zeichen, daß eS fein genug 
ist, uno daß die Rinnen scharf 
sind. Weon kerne Theile sich 
größer anfühlen, als die andern, 
sondern alle von einer Feinheit, 
so beweist «S, daß eine gute Flä 
che da war, die das Getreide 
zermalmte, daß vieRinnen nicht 
zu vielen Zug haben, so, daß 
nichts ungemahsen entkömmt. 
Fühlt sich aber daS M.h! sehr 
fein und ölig an, und bleibt viel 
davon an der Hand hangen, so 
zeigt das, daßdasMehlzu klein 
gemahlen ist, daß eS zu stark 
gedrückt wurde, uno daß o«e 
Steine stumpf waren. 
W«nn es sich aber theils ölig, 
theils grob und klumpig an- 
greift, uno viel an der Hand 
hängen bleiben w'ü, so ist das 
«in Brwis, daß die Steine mit 
Getreide überladen, oder daß 
sie stumpf und schlecht faccettlrt 
sind, oder einige Rinnen haben, 
deren Zug zu groß ist, oder die 
zu ries sind, auch vielleicht am 
Hmterende zu steil, weil ein 
Theil des Getreides ungemahlen 
entkommen ist, ein anderer zu 
stark gedrückt und zu klein ge 
schnitten werden. 
Man nehme die Hand vollj 
und halte die flache Hand auf; 
darauf schüttele man sie ge 
schwind ; wenn denn der größte 
Theil Mehl zwischen brnFlngern 
davon fliegt, so zeigt dies, daß 
es sich in einem fernen und guten 
Zustande befindet, daß die Stei 
ne scharf sind, die Kleie dünne, 
und das Sichten oder Beuteln 
gut von Statten gehen wird. 
Ir größer aber die Quantität «st, 
die in der Hand bleibt, desto 
mehr findet das Umgekehrte 
statt. 
Man thue eine Hand voll 
Mehl in em Sieb, und sichte 
das Mehl rein aus der Kleie; 
dann fühle man es an. Wenn 
«ö sich nun weich und stöbernd 
angreift, oder elastisch und dün 
ne, nichts inwendig hängen 
bleibt, keine Theile dicker als die 
übrigen gefunden werden, so 
beweist dirs, daß die Steine 
scharf sind, und das Mahlen 
gut gerathen ist. Ist es aber 
platt und steif, und die inwen 
dige Seite des Siebes weiß, 
fo ist dies rin sicheres Zeichen, 
daß die Steine stumpf, und mit 
Getreide überladen waren. Fin 
det man einige Theile, diedickrr 
und härter als die übrigen sind, 
z. B. halbe oder Wiertelkörner, 
so beweißt dies, daß einige Rin 
nen
	        

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