Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1799)

Ätz A W- 255 
einigen hatte sich die Entzündung 
auch schon so wett verbreitet, 
daß den armen 'Thieren nicht 
mehr zu helfen war. Besonders 
in dem so harten Kriege, inwel- 
chem vie Pferde über Vermögen 
angestrengt wurden, taugte bas 
Kartoffel-Futter gar nicht, und 
jene, welche «S mit Hafte ver 
mischt bekamen, wurden noch 
kränker, so daß der Hafer ganz 
unverdaut konnte angetroffen 
werden. Ja einige Pferde er 
krankten gleich beym ersten Fut 
ter von dieser Art, und jene, 
dmen eö diese Verstopfung nicht 
zugezogen hatte, bekamen einen 
solchen starken Au-schlag, daß 
sie wie räudig da standen, oder 
sie bilanun Straublüße, welche 
oft nickt mehr zu vertreiben wa 
ren. Diese Wirkungen kvm- 
men aber erst, wenn etliche Jah 
re mit diesem Futter ist ange 
halten worden. 
Die Runkel - Rüben oder 
Dickrüben, wie man sie im 
Neckarthaie nennt, bringen den 
Pferven, welche man stets zu 
Bauerngeschäften brauchet,weit 
weniger Nachtheil. Gehnäber 
die Versuche, Zucker voraus zu 
machen, glücklich fort, so werden 
die Pferde dergleichen Kost 
schwerlich mehr erhalten. 
DaS Kartoffel-Futter ist zu 
Zetten sogar dem Rindvieh nach- 
»heilig; es läuft davon auf, wie 
es beym Klee zu geschehen pflegt, 
und lch hatte selbst schon Kühe, 
welche dieses Futter nur gekocht 
vertragen konnten. — C. I.
	        

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