Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1799)

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Von dem Anbaü und Nutzen der Runkel -Rüben 
auch in Bezug auf deren Benutzung zum Sur 
rogat des übertheucr gewordenen indischen Zuckers. 
hiermit erhalten Sie, mein 
Freund! dre verlangte Nachricht 
und meine bisherige Bestellungs 
Art dieses gar vortrefirchen und 
nun zu medrerem Gebrauche 
und grösten Nutzen erhobenen 
Gewächses, welches an einigen 
Orten Dickwurzel, an andern 
Rummel - Runkel - auch Dick» 
Rübe und Tornips genannt 
wird. 
Ich kenne und baue diese Rü 
be schon seit 30 Jahren, mit 
jährlicher gvren Erndte, die 
nicht «mmäl f.hlgejchlagen ist. 
Den ersten Saamen bekam ich 
von dem Oeconomen Rath 
Bernhard zu Bau chlot im 
Baadischen, wo solche unter 
dem Nahmen Turnips bekant 
ist, zu der Zeit bereits häufig im 
freyen Felde gezogen — und für 
dos beste Kraut und Futter bey 
der dort allgemein eingeführten 
Stall - Fütterung gehalten 
wurde. 
Ls findet und bestätiget sich 
auch all nthalben, daß lo wohl 
die Blätter als Rüben ins be 
sondere sür das Rndvieh, vom 
grösten Nutzen und Vorzüge 
sind. Die Kühe befinden sich 
nach sattem Genüße davon, 
wohl, blähen nicht auf, und ge 
ben dabey eine reine, schmack 
haftere und settere Milch, als 
von Kohl-Blättern und andere 
Rüden, und auch reichlicher als 
nach allen Klee-Arten. 
Das rätdlichste und wirth- 
schastlichste »st, wenn das Kraut 
und die enrzwey geschnittene 
oder gestosene Rübe abwech 
selnd zwischen anderen grünen 
und trockenen Futter gegeben 
wird. Die Blatter gestosen 
oder auch im ganzen roh vorge 
worfen, sind sür das Schweine 
Vieh, ein kühlendes und gesun 
des Futter. Schaafe und Zie 
gen gewöhnen sich auch daran. 
Anfänglich will das Vieh 
nicht gerne drauf; Es frißet 
aber bald desto begieriger davon, 
und stehet überall gut dabey. 
Man säet den Saamen schon 
im Merz und April, sobald nur 
im Garten gearbeitet wird, auf 
ein gutes gaileS Pflanzen - Bett, 
begieset solches auch bey trocke 
ner Zeit zum geschwinden auf 
gehen und wüthigern wachsen. 
Je
	        

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