Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1798)

ÄZ V M 
Wohlfeiler und sehr dauerhafter Amvurf an die 
äußern Wände eines Gebäudes. 
Ä!an nimmt acht Theile gesieb 
ten Flußsand, jwei Tbeile Kalk, 
dieses wird wohl durch einander 
gearbeitet und dünne aufgetra 
gen. CS läßt sich nicht so leicht, 
wie der gewöhnliche Anwurf 
verstreichen. Man bedienet sich 
daher folgender Handgriffe: 
Von der obbeschriebeaen Masse 
legt man etwa- auf ein kleine- 
Brett, etwa einen Fuß mS Ge 
vierte, welcheSjur Bequemlich 
keit des Arbeiters in der Mitte 
mit einem Stiel versehen ist, 
dergleichen die Maurer sich zu 
bedienen pflegen, unv hätt dieses 
immer unter die Kelle, damit 
dasjenige, was während dem 
Streichen herunter fällt, dar 
auf liegen bleibt. Wenn auf 
diese Art das ganze Fach be 
deckt ist; so läßt man es wieder 
trocken werden, alsdann wird 
eS noch einmal so fest wie mög- 
überstrichen, besonder-die Fu 
gen neben dem Holze. Nach 
Verfließung z, oder einiger 
Stunden, je nachdem die Witte 
rung beschaffen ist, erhält die 
Wand minder kleine Riffe. Man 
streicht sie alsdann noch einmal 
recht fest über. Dann aber ist 
der Anwurf von solcher Dauer 
daß selbst an der Wetterseite, 
nie etwas davon abfällt oder 
auSbrtcht. Sollte der Anwurf 
vor dem letzten Verstreichen et 
was zu trocken geworden sevn^ 
wie dieses einem noch ungeübten 
Arbeiter wohl wiederfährt, so 
verdünnet man nur etwas von 
der Mass« mit Wasser, so daß 
eS sich mit einem Mauer-Quast 
austragen laßt, und überstreicht 
hiemtt v»e zerrissene Wand. ES 
letz n sich alSvann alle Ritze« 
voll, unv es ist eben so dauer« 
Hafk. Nach einigen Tagen, 
wenn der Anwurf recht trocken 
ist, aber mcht eher, kann man 
die so ausgefüllten Wände, oh 
ne Nachtheilder Dauer weißen. 
Ein fleißiger Arbeiter macht in 
einem Tage 8 Wände, jede 
3 5 Fuß lang. 
Etwa-
	        

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