Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1798)

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um zo pLt. theuerer verkauft 
würde als die andere. ■ 
Solche Butter, zu deren Zu 
bereitung man jene Salzmi 
schung angewendet bat, ist von 
einer sehrguten, festenundmar- 
kigen Konsistenz Sie hat eine 
schöne Farbe und nimmt Nie ei 
ne brökuche Härte, und einen 
salzigen Geschmackan, dahinge 
gen manche audcre Butter tpröv 
und brüchig wird, wie Jnselt 
aussieht, -und überdas noch im 
mer einen hervorstechendenSalz- 
geschmack b ybehält. Ich habe 
Butler gegessen, welche nach 
der gegebenen Vorschriit beret 
tetwar: sie war orey Jahre alt, 
und hatte noch nichts von ihrer 
ersten Güte verlohren. 
Indessen muß man auch be 
merken, daß solche Butter z 
Wochen b«S einen Monat stehen 
und ruhen muß, ehe man von 
ihr Gebrauch machen kann, weil 
sonst, wenn man oen Topf frü 
her dsnete, das Salz sich nicht 
gehörig eingemischt haben wür 
de; und zuweilen dürfte man 
auch die kalte Eigenschaft des 
Salpeters, we'che sich doch nach 
einiger Zeit gänzlich verliert, 
noch hervorstechen finden. 
Die gefährliche Gewohnheit, 
die Milch in blcprrnen Gefäßen 
anfzubewahren, und die gesal- 
zene Butter in irdene Töpfe ein 
zulegen, fängt «sich in dieser 
Grafschaft, so wie in andern 
Provinzen, an sich bey einzelnen 
schönen Damen einzuschleichen, 
weil sie sich einbilden, daß das 
große Reinlichkeit sey; obg/eich 
im Grunde der Reinlichkeit 
Nichts mehr entgegen gesetzt ist, 
als eben dieses Verfahren. 
Unter den Härchen einer auf 
merksamen und sorgsamenHaus« 
frau bleiben die hölzernen Gefäße 
immer blank und in ihrer Vor 
züglichkeit; bey einer nachlässi 
gen und unreinlichen aber wür 
den sie nur das Geheimn-ß, wel 
ches sie so gern verbergen will, 
die Schmuzerey nämlich, mehr 
an den Tag bringen, zu dessen 
Verheimlichung die irdenen Ge 
fäße freylich mehr geeignet sind. 
, Nächst dem, daß die letztem 
Gefäße, die Vernachlässigung 
der öftern nöthigen Auswa 
schung sehr begünstigen, schaden 
sie auch auf einer andern Seite 
der Gesundheit: denn sie thu- 
len der Butter, welche in ihnen 
enthalten ist, eine giftige Eigen 
schaft mit, welche die traurigsten 
Wirkungen bey denen, die sie 
essen, hervorbringen kann.
	        

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