Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1797)

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tenv statt findet. (Denn von 
vorübergehendem üblm Gerü 
che z. B. von genossenem Ret- 
tig, Zwiebeln ü. d gl. — nach 
genommenen LgMmitteln — 
zur Zur der M nstruation rc. 
kann brer die Rede nichl seyn) 
Aber sehr mancherley sind diese 
Ursachen. Die vorzüglichsten 
sind: 
i) Krankhafte Beschaffenheit 
der innern Theile des MunveS 
und Hals S, besonders 
») hohle, kar-öle Zähne, in wel 
che sich lucht während dem 
Kauen kleine Thei.chcn von 
dm Spulen verbergen, dorr 
in V<evrrbi.»ß übergehen. 
L) zu weiches, von fcorbutischer 
Schärfe angegriffenes, lercht 
blutendes, dir Zähne loslas 
sendes Zahnfluch. 
e) öftere Ablagerung eines ka- 
tharral <chen Stoffs auf die 
Gaumdeck', dre Mandeln, 
das Zäplchen rc — der öftere 
Reiz, den ©lese Theile auf 
eine oder die andere Art er 
leiden, wirkt nachtheit'q auf 
die Spetchelvrüien, und dem 
Spuchel selbst wird eine 
gewisse Schärfe und Neigung 
zur Weroerbniß zugezogen. 
2) Schwäche der Verdau 
ungswerkzeuge Wenn Nah 
rungsmittel lange unverdauet 
im Magen liegen bleiben und 
die daraus entwickelte verdor 
bene Luft häufig durch den 
obern Mage,»mund ausgestoßen 
wird, so fehlt es nicht, oaß 
Theile davon im Innern des 
Mundes hängen bleiben und 
ebenfalls zgr Entstehung oder 
Vermehrung dieses Uagemachs 
beyt aqen, wiewohl es übrigens 
ganz unwahrscheinlich ist, daß, 
wo das gewaltsame Austreiben 
der Lust aus dem Magen, wel 
ches man Ausstößen (ructätio 
ructus) nennt, fehlt, bey einem 
üblen Gerüche aus dem Munde 
der M^gen unmittelbar mit 
Grunde angeklagt werden kön 
ne, wett lm natürlichen Zustande 
der obere Magenmvnd, außer 
der Zeit, wo man Nahrungs 
mittel binabichlukt, immer ver- 
schloflen bleibt. Denn es ist 
fein Beweis gegen diese Mey 
nung, daß manche Nahrungs 
mittel, als Zwiebeln, Rettigre. 
einen üblen G-ruch aus dem 
Munde zurücklassen. Man riecht 
nach Knoblauch aus dem Halse, 
wenn man Knoblauch gequetscht 
unter dre Foßiohle bindet, wenn 
man einKlystir vonStinkasanv 
genommen hat rc. welches be 
weiset,
	        

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