Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1797)

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entsteht er anders, als daß der 
Bauer mrt seinem Viehfutter 
auf eine so sinnlose und unver 
antwortliche Weise umgeht! 
Ich sage gewiß nicht zu viel; 
wer die häusliche Wirthschaft 
der Bauern zum Theil kennt, 
wird die Wahrheit meiner Be 
hauptung von allen Seiten 
bestätigt finden. So taugt 
auch die Gewohnheit, daß das 
Heu, Stroh und Kaff ohne 
Tröge und Raufen, dem Viehe 
den ganzen Tag vor der Nase 
und unter den Füßen liegt, 
wahrlich mchtS. Wie viel 
schönes Futter wird dadurch 
verschleudert und vom Wehe 
zertreten.' Uno die Viehställe 
unsrer Bauern sind zum Theil 
so elend und baufällig, daß das 
Vieh im Winter vor Kälte 
Aarret! Pflicht ist es für jeden 
Landwirth, — wenn er anverS 
für Pflicht bat, und 
eigenes Nachdenken besitzt, — 
für die Erhaltung seines Viehes 
bestmöglichst zu sorgen. Hierin 
beruhet sein Wohlstand und 
sein Reichthum und der Reich 
thum des Staats. 
14. Man füttere sein Vieh 
zu bestimmten Zeiten und mit 
Ordnung, und gebe den Kühen 
nicht zu viel Futter auf einmal? 
sondern nach und nach. Das 
Vieh verdauet es besser; es ver 
tritt und verdirbt kein Futter. 
Giebt man ihm aber zu viel auf 
einmal und ohne Ordnung, so 
beschnaufen sie eS unv treten es 
unter die Füße. Dieses ist aber 
bey der elenden Bauart der 
Viehställe, wo daS Futter von 
der Erve gefressen werden muß, 
eine unausbleibliche Folge. Um 
diesem Uebel abzuhelfen, müsse» 
d»e Ställe entweder Raufen 
oder Krippen, wie die Pferde- 
stalle, haben, oder man lasse 
zwey Ziegel breite niedrige 
Mauern von einem Ende des 
Stalles bis zu dem andern zie 
hen, von denen auf eine sehr 
bequeme und ökonomische Weise 
das trockne Futter von dem 
Viehe consumikt werden kann. 
15. Die Reinlichkeit ist die 
halbe Fütterung; daher halte 
man sehr genau auf das tägliche 
Reinigen des Vrrhes und der 
Sräüe. Jenes muß täglich, 
wie die Pferde, gereinigt und 
gestriegelt werden. In schlech 
ten, zu niedrigen, finstern, 
feuchten, mit Staub, Koch 
und Spinnengeniste austapezir- 
ten Ställen kann unmöglich 
das Vieh gedeihen und gesund 
bleiben. Die Stalle müssen von 
innen
	        

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