Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1796)

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Erinnerungen cm Ettern und Erzichcr über das Ver» 
wachftu und die Kcümurunq vcö Rückgradcs, ihre 
Ursachen, Dcrhülung rnd Heckiug. 
^ (Fortsetzung.) 
s) Wenn der Schlaf zu kurz 
zst. 
Man thut sehr Unrecht, den 
KiNöem die Schiaszm zu 
sehr abzukürzen, denn man 
nimmt der Natur d-e beste Zeit 
ihrer schaffenden und reprodu- 
kirenden Wirksamkeit, und schon 
die Stimme der Nawr gebreLet 
eö. Je jünger der Mensch ist, 
desto mehr verlangt er Schias. 
— Mir ist es immer lieber, 
wenn ein Kind zu viel, als 
wenn cs zu wenig schläft. 
z) Wenn das Schlafen in ei» 
Mer fitzende» Richtung der 
Körpers geschieht. 
Ein gewöhnlich ganz überse 
hener Fehler., für den ich aber 
nicht genug warnen kann! 
Viele Eltern hakten es sehr 
nützlich., wenn die Kinder recht 
hoch mit Brust und Kopse 
liegen ; und richten also das 
Bett vöüig winkelig ein. Ader 
wem das gerade Wachsthum 
seiner Kinder am Herzen liegt, 
der unterlasse ja diese verderb 
liche Gewohnheit! Denn hier 
durch bleibt der Cörper «-§ 
Stunden nach cinanderm einer 
unnakürlichey gekruiyren Skei- 
iu'tzg., und zwar zu einer.Zeit, 
wo der vorzüglichste Theil des 
Wachsthums geschieht; dieß 
wird also dadurch gehindert, 
und sehr leicht nimt der Wuchs 
selbst dieselbe Richtung. Ferner, 
anstatt daß beym Liegen die 
Rückenwirbel von einander ent 
fernt werden und ruhen, wer- 
dm sie in der fitzenden Positur 
auf einander gedrückt, müssen 
die ganze Nacht hindurch die 
Last des Kö-pers tragen, ohne 
daß die Muskeln und Bänder 
die nöthige Kraft dazu haben, 
und die Folge ist, daß die Wir 
belsäule auf dieser oder jener 
Seite ausweicht und sich 
krümmt. — Ueberdieß wird 
es dadurch zur Gewohnheit und 
Bedürfniß, so zu schlafen, 
welches in der Folge des Lebens 
auch eine Menge Nachtheile, 
besonders für den Unterleib, 
erzeugt. Ich könnte die ange 
gebenen üblen Folgen für das 
Wachsthum durch mehrere 
Beyspiele belegen., wenn es nö 
thig wäre. 
Auch
	        

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