Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1796)

die schwere Feldarbeit, welche 
der Landmann bey derselbe« zu 
verrichten gehabt, haben das 
B'ur m Wallung sitzen, solches 
der dünnen Feuchtigkeiten be^ 
rauben, und «n dem zurückge 
bliebenen eine Schärfe erzeugen 
müssen. Verdünnende Gelranke 
und eine unrerhalkene Aus- 
dünstung würden allen Schaden 
davon verhüten. Da aber unter 
seichen Umständen der matte 
Arbeiter nach Kühlung lechzt, 
unv sich ivlche durch kaltes 
Trinken verschalt, am Abend 
eben so leicht wie bei der Arbeit 
gekleidet nach Haute gehet, und 
des Nachts sich für der Kalte 
nicht gnugsam verwahret; so 
wird die Ausdünstung zurück 
getrieben, die Scharfe, die da 
durch aus dem Körper geschaft 
werden sollte, bleibt im Blut, 
wird ln den Eingeweiden abge 
setzt, und erzeugt die Ruhr. 
So gefährlich auch diese 
schmutzige schmerzhafte Krank 
heit für das Leben ist, wenn sie 
zumal mit einem faulen oder 
Cmzündungsfieber verbunden 
ist, so ist sie solches diesesmal, 
wenigstens im Anfang, nicht, 
und ich habe Hofnung, daß 
wenn meine Vorschläge von 
Ansang befolgt werden, sie 
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leicht zu überwinden seyn werde» 
Wenn aber der Kranke auS 
Vorurkheil sie überhand neh 
men läßt, oder mit hitzgen oder 
stopfenden Mitteln angreift, 
so wird sie desto gefährlicher, 
je länger die fortzuschaffenden 
Unretnigkeiten in den Einge 
weiden verhalten und unter 
dessen immer schärfer werden. 
Es ist durchaus unmöglich sie 
so zu heilen. 
Das bewährteste ist, die 
Schärfe durch wiederholte Aus 
leerungen fortzuschaffen. In 
dieser Absicht ists am gerathen- 
sten wenn Uedligkeit, Neigung 
zum Brechen, bitterer Geichmak 
und Drücken in der Herzgrube 
empfunden werden, des Mor 
gens e»n Brechpulver (»> zu 
nehmen, unv viel ichwache lau 
warmen Kamillenthee, oder bloS 
lau Wasser darauf und auf 
jedes Erbrechen, bis solches z- 
oder gmal erfolgt, zu ttinkem 
Diejenigen welche einen Bruch 
schaden, schwache Brust oder 
Blukspeyen haben, auch die 
Schwängern enthalten sich deS 
Brech ns und nehmen raS 
Rhabarberpulver (2) Auf besde 
Falle w-rd Nachmittags ker 
Ge-stentrank (3) lau warm ce- 
tcunken. Denken und4tenT g 
wird
	        

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