Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1796)

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t. 
Man sonn sich nicht besser von 
Len Verwüstungen überzeugen, 
welche viele sch? etliche Krankheit 
im Körper des Rindviehes ver 
ursachet, als wenn man eins 
oder mehrere an der Löserdürre 
streckten Stücke aufbricht und 
die sämtlichen innerlichen Theile 
genau untersucht. . Hierbei fin- 
det man folgende Erscheinun 
gen. 
§. 2. 
Die ganzen Hölen der Nase 
und des Rachens sind voll einer 
faulen aaShaft riechenden sctlei- 
michten Feuchtigkeit. Alle Haute 
im Kopf und selbst das Hirn 
find äusserst weich, matschig, 
und nicht selten findet man m 
den Holen des Hirns ausgetre 
tenes Blut oder Blutwasser, 
als eine Folge des Schlagfiuffes, 
welcher endlich das Thier ge- 
tödtet hak. 
Die Lungen sind verschieden 
beschaffen, bey manchen sehen 
fie zwar narürtich weieröthlich 
auS» find aber eingeschrumpft, 
bet manchen sind fie foaufgevun- 
sen, daß sie kaum in dem Brust 
kasten Platz Haben , bei andern 
find fie lvrh, entzündet, bei 
andern schwarz, bletfärbig und 
brandig. Am Herzen findet 
man nichts widernatürliches. 
h. 4 » 
Bei der Oeffnung des Hin 
terleibes trift man die Milz 
gemein,alich ganz natürlich an, 
nur daß sie bei manchen beson 
ders welch ist. Die Leber hin 
gegen siehet zwar meistens na 
türlich aus, »ft aber doch bei 
den meisten Stücken stark auf 
gedunsen und ebenfalls sehr 
mürbe. 
Die Gallenblase ist bei man 
chen wiedernatürlich groß, bei 
manchen nicht, bei einigen wohl 
gar kleiner als natürlich. All« 
zeit aber ist sie mit einer faulen 
verdo b nen, bald ganz schwar 
zen, bald fchwarzgrünen, bald 
hochgelben, bald pomeranzen- 
farbenen Galle angefüllt. Da- 
Blue ist saut, aufgelöst schwarz, 
oder miöfärbig, in keiner Ader, 
auch nicht in den Herzkammern, 
geronnen. 
§ 6 . 
Die auffallendsten und wr- 
fentlichsten Veränderungen fin 
det man in den vier Mägen 
uns
	        

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