Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1795)

Will. Will man sie aber als 
einen Baum ziehen, so wird 
etwas mehr Mühe und Sorg- 
fält dazu erfordert, wecheS 
aber auch beyde in der Folge 
verlohnt. ES geschiehet aber 
die Fortpflanzung : t> Durch 
den von sich selbst ausgefalle 
nen Saamen, wenn er nur 
eine ihm taugliche Erde ergreift; 
2) Durch den zeitig gesammel 
ten und zu rcchrer Zeit ausge 
streueten Saamen ; *) Dvxch 
das Pflanzen und Einsetzen oder 
Absink n per Zweige oder Satz 
tvtm; ODurch dasWsiderauö 
schlagen des Stammes oder 
Stumpfs, der Stöcke und 
Warzsln. Wenn der Saame 
im Herbste ausfällt, und mit 
den Ströhmen oft weggeführet, 
zugleich aber durch diese Näs- 
fung ganz zuträglich zu seinem 
Bekleiden emgebritzt worden ist, 
schlägt er sodann auch auf har 
tem Boden, wohin der nach 
lassende Strohm ihn hat fallen 
lassen, ganz gern Wurzeln, und 
wächst munter fort. Man be- 
könn zwar slufö diesen Saamen, 
wenn man Stangen qurer über 
einen kleinen Fluß leget, daß sie 
halb im Wasser seyen und halb 
herausgehen, da sich dann der 
Erlenfaame an solche Sangen 
anlegt-, daß man ihn mit der 
Hanö wegWpfen kann. Äbep 
das Beste ist, daß man die 
reifen Erlenzäpfchen um Mar- 
fim sammle, wohl trocken wer 
den lasse, hernach in einen Sack 
fasse, und auf diesen klopfe, su 
fällt der kleine braune Saame 
häufig heraus. Wer sich aber 
mt solcher Einsammlung de- 
Saamens nicht bemühen mag, 
der schneide, wenn der Saame 
reif zu werden anfängt, von 
alten Baumen etwas früh, 
einige Zweige sammt den Saa- 
mevzäpfchen ab, und stecke sie 
auf aufgeworfene Graben in 
bruchigen Orten, so öffnen sich 
die Zapffchen bey dem Sonnen 
schein von selbst. Von dieseni 
also gesägten Erlen kann man 
zum Verpflanzen nchmem Es 
stehen fmche gemeiniglich so dicht' 
beysammen, daß von zehen kaum 
einer aufkommen kann. So 
bald sie zwey oder drey Fuss 
hoch erwachsen sind, können sie 
an beliebige Orte versitzt 
werden. Wer sich aber einen 
Vorrath von solchem Saamen 
verschafft hat, der streue ihn 
solchergestalt aus, daß er nur 
solchergestalt ans, daß er nue 
ein wenig Erde fassn möge. 
Andere vermischen denselben^ 
etliche Tage vor der Aussaat,' 
mit feuchtem Sande, danm ex 
etwas
	        

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