Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1795)

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Beschreibung des Ersenbaums in Absicht auf die 
Ökonomie.*) 
^ie Erle ist ein hochstämmi 
ger, eben nicht besonders dicker, 
jedoch gerade aufwach'enver 
Baum, weicher am allermeisten 
in feuchtem Boden, auch an 
dem Rande der Flüsse und 
Wassergräben, und m fimpft 
gen oder morastigen Gegenden 
zu finden »st. 
Bey den meisten Sorten der 
Erle sind die Blatter ziemlich 
breit, am Rande stark gezackt, 
unterwärts mit sehr hervorste 
henden Rippen versehen, und 
stehen wechselweise an den 
Zweigen. Die Baume lassen 
alle Jahre ihr Laub fallen. 
D>e verschiedenen Sorten 
haben insgesamt ihre Befruch- 
runaschetie nach einerley Be 
schaffenheit. Die männlichen 
und wewUchen Blumen befin 
den sich beständig auf einerley 
Stammen und Aesten, find 
aber von einander entfernt. 
Dle männlichen hängen an 
einem gemeinschaftlichen Stiele 
dick an einander, und formiren 
ein einziges, wenig dichtes, 
schuppiges, walzenförmiges und 
ziemlich langes Zäpfchen oder 
Kätzchen, woselbst die Blüm 
•) SM D. Krunitz -cvn. Encyclopä 
chen, je drey und drey, zwischen 
den Schuppen hervorkommen. 
Jedes Blümchen besteht ouS 
einem, fast durchaus in vier 
Theile zerschnittenen Blumen 
blatt, aus dessen Jnnerm vier 
ganz kurze Staubfaden hervor 
gehen. Die weiblichen Blüthen 
stellen eine Aehre oder einen 
schuppigen Kegel vor. Blu» 
menblältlein wird man daran 
nicht gewahr, sondern unter 
jeder Schuppe befindet sich ein 
ovaler Eyerstock, woraus nach 
her ein piatker, ovaler, ecwaS 
eingekerbter, dünner, rothbrau 
ner , und nebst den andern in 
dem schuppigen Kegel einge 
schlossener Saame, ohne Feder- 
busch, wirs. Diese schuppigen 
Kegel, welche ebenfalls büschel 
weise hangen, kommen alövann 
klemm Fichten . Aepfeln oder 
Zapfen gleich. Die Befruch- 
tungStheile der Erle haben eine 
so starke Ähnlichkeit mit denen 
an der Birke, daß Tournesort 
letztere blos durch ihren gefiü« 
gelten Saamen unterschied. 
Linnäus hält diesen geringen 
Unterschied nicht für beständig, 
und bringt daher die Erlen und 
Birken
	        

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