Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1795)

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ter, gewähren einander gemein- 
sthaftkchen Schutz, und werden 
in der Folge schneller fortwach 
sen; wobei es rathsam ist, so 
wie die Amerikaner, alle Jahr 
eine Furche von anderthalb 
Ellen Entfernung von den aus- 
geschlagenen Schößlingen, mit 
vem Pfluge zu ackern, um vor 
genannte Absicht desto eher zu 
erreichen. 
Die Vermehrung durch 
Schosse gehet am geschwindesten 
von statten, wenn man erst mit 
der Anpflanzung einige Jahre 
sich abgegeben hat. Wo die 
Schosse zu dicke stehen, werden 
einige ausgerottet, und da »» 
lichte Flecke sind, gehörig ge 
pflanzt, zu Hochwald aber sind 
sie , wegen Mangel der Pfahl 
wurzel nicht tauglich. Auch 
durch Schnittlinge kann man 
sehr geschwind zu einem Akazren- 
watde gelangen. Der kurfürst 
liche Hofgariner Herr Seidel 
in Dresden, har mir aus seiner 
eigenen Erfahrung versichert: 
wmn im Marz und April von 
einem Akaztenbaum vorjährige 
reif gewordene Reiser, etwa io 
bis er Zoll lang, gerade unter 
einem Auge quer, und nicht 
wie eS gemeintglich geschiehet, 
schräge durchschnitten, und aus 
ein zugerichtetes Beet, wie es 
beym Saamenbeete oben vorge 
schrieben ist, dergestalt in die 
Erve gest.ckt, wenigstens zwey 
Augen über der Erve gelassen, 
die Erde fest angedrückt und 
wie Saamenpflanzen einen 
Sommer durch behandelt wür 
den; so würden gewiß zwei 
Drittheile derselben Wurzeln 
machen. 
Noch versichert Hr. Seidel 
aus vieljähriger Erfahrung, 
daß es besser sey, den Baum 
gleich beym Versetzen über der 
Erde abzuschneiden, weil dann 
der Trieb gleich anfänglich viel 
heftiger seyn würde, als wenn 
solches erst im zweiten Jahr nach 
der Versetzung geschehen sollte. 
Ja man hat Versuche im öko 
nomischen Garten zu Dresden, 
wohin Herr Commißionsrath 
Riem Akazien verpflanzte, die 
ihm im ersten Winter erfroren, 
Daß solche nicht erfrieren, wenn 
man die Schosse im ersten Jahre 
bis nahe zur Erde abbauet, und 
neue dagegen aufwachsen laßt. 
Da nun aus allen oben kurz 
angeführten sehr deutlich erhel 
let, daß die Akazie unter allen 
Hölzern am schneüesten wachst, 
und ausser dem Vortheil, daß 
der Preis des Brennholzes am 
geschwindesten vermindert, und
	        

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