Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1795)

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der Anpflanzer sehr wohl thun , 
im Anfang des Aprils feine 
Kühe hinauf zu treiben. Haben 
sie das Stück abgeweidet, so 
treibe man sie auf ein Rüben- 
vder Roggenfeld ein oder zwey 
Wochen; unterdcß die Ncffel- 
weide wieder lang genug ge 
wachsen seyn wird, sie zum 
zweytenmale abfressen zu lassen. 
Mit diesem Abwechseln kann 
man den ganzen Sommer fort 
fahren. Man lasse sie aber ja 
nicht zu hoch aufschössen. Die 
Pflanze hat weit mehr Safte 
und auch einen bessern Geschmak, 
wenn sie jung ist. Auch ist es 
sehr rathsam, das Feld oft von 
dem Unkrauts zu reinigen, zu 
mal zur Zeit des besten Wachs 
thums; und dies kan am besten 
durch die neuerlich erfundene 
und dem Landmann zu man 
cherley Zwecken so sehr nützliche 
Hackmaschine (äesrister) gesche 
hen; wodurch ausserdem bas 
Wachsthum noch dadurch be 
fördert wird, daß die Erde oben 
an die Wurzeln geworfen wird. 
So wohlthätig dirs Futter 
kraut auch für den Oeconsmen 
und das Vieh ist, und so sehr 
ich ihm eine Lobrede gehalten 
habe; so pflanze man dennoch 
nicht zu viele an. Zw-y oder 
drey Accker ohvwcit dem Hofe 
werden im Winter und Füh- 
ling schon für eine gute Heerde 
Kühe ausreichen, wenn man 
nemlich Rüben , Heu u. f. w. 
daneben fülkert; und während 
des Sommers wird es bey der 
alödann gewöhnlichern Graß« 
und Kleeweive oft sehr gut zu 
statten kommen. 
Für die Senfe taugt die 
Nessel indeß nicht, aber in allen 
erwähnten Rücksichten wüßte 
ich kein anderes Futterkraut 
damit zu vergleichen; auch wird 
das Vieh dadurch vor manchen 
Krankheiten bewahrt, denen es 
bey nassen Sommern bey dem 
Klee oder der Luzern so häufig 
ausgesetzt ist. 
Die Fortsetzung der ökono 
mischen Erfahrungen dieses so 
einsichtsvollen Landwirths, der 
gelehrte Theorie und vieljährige 
Praxis mit einander verbindet, 
soll den Lesern des R. A. mitge 
theilt werden, sobald sie er 
scheint. 
Beschreibung
	        

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