Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1795)

sich eine Schwäche der Unter- 
telbs-Eingeweide und des Ner 
vensystems zu, welche dann 
spater schädliche Folgen für das 
Alter haben, und gewöhnlich 
-in Gicht, Verstopfungen der 
Eingeweide, und Wassersucht 
ausarten: — Das Ende aller 
Säufer, welche aber anfänglich 
gewiß nur getrunken haben. 
Cüstrin. 
Sponißer. 
Fragmente, 
©er Mensch mnß nichts halb 
seyn , kein Mittelding zwischen 
Wogel und Maus. Der Bauer 
muß kein Herr und der Herr 
kein Bauer werden. Die Giük- 
Jn unserm gegenwärtigen 
Zeitalter wird alles überschrit 
ten. Man lucht nur Vergnü 
gen und Gemächlichkeit bey der 
Erziehung. Der ungebundene 
Jüngling flattert von einer Zer- 
streuung zur andern, vom Thea 
ter zur geselligen Freude, von 
dieser zum Roman, zu poetischen 
Blumenlesen und andern liebli 
chen Lectüren; er brütet selbst 
über einem Gedichtchen, fischet 
nach schönen Floskeln, empfind 
samen Scenen oder litterarischen 
Anecvoten umher, denkt sich 
bald ein Genie zu seyn, und 
durch die vermeinte Aufstritzung 
seines Geistes und Styls Epoche 
seligkeit der Menschen hängt 
nicht von dem Stande, sondern 
von dem Vergnügtseyn mit 
seinem Stande ab. 
Kleinjogg. 
zu machen. Aber wag er als Manu 
wissen, womit er einst der Weit die 
nen soll, daS lernt er nicht oder faßt 
es nur obenhin, und steht es wohl 
gar als unfruchtbare leere Erkennt 
niß, als geschmacklose und ungedcihtl. 
che Nahrung für feinen Geist an. So 
ist die herrschende Denkungsart unsrer 
hentigeu Jugend. Aber was hat sie 
auch für Erfolg, und was für Erfolg 
wird sie noch haben? Die Erfahrung 
zeigt es schon, daß der Geist erschlaf 
fet, zur Anstrengung träge ist, die 
Geschäfte de» ManneS fliehet, Der, 
drcffenheii und Untüchtigkekt überall 
sichtbar wird. Und wenn das so fort 
gehet, so werden wir bald in keinem 
F ich tüchtige Geschäftsmänner mehr 
habe«». Die bürger icke Gesellschaft 
muß bey solcher Erschlaffung zn Grun 
de gehen. Resewitz. 
(Aus den Lippischen Anzeigen.)
	        

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