Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1795)

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nachher von einander geworfen 
wird, ganz ungemeine Dienste 
thue, und die Accker, weiche 
damit übenvorfen werden, auf 
viele Jahre düngt und fruchtbar 
macht. 
Wenn man hierbey den Ein 
fluß der Luft und Sonne in 
das fruchttragende Erdreich in 
Erwägung zieht, so bleibt fast 
kein Zweifel übrig, baß nicht 
der Vorschlag des Hrn. Hume 
gegründet seyn sollte. 
Schon in das, nach der ge 
meinen Art umgepflügte Land, 
welches doch nur in einer Per- 
peridnculärlime von Luft und 
Sonne berührt werden kann, 
thut der Eil fluß dieser Elemente 
eine große Wirkung. 
Das in Wälle aufgeworfene 
Erdreich wird von Luft und 
Sonne nicht allein in einer 
senkrechten Linie, sondern auf 
beyden Seiten horizo»tal durch 
drungen , und es ist daher ge 
wiß, daß solches in dieser Lage 
eine weit mehrere Fruchtbarkeit 
erhalten müsse. Nur kommt eS 
darauf an, ob auch die übrigen 
Bestimmungen der A.cker außer 
dem Getreidebau, worunter die 
Weide auf denselben vorzüglich 
in Betracht zu nehmen ist, sich 
nicht der Anwendung dieses 
Düngungsmittels entgegen set 
zen, und solches überdem nicht 
zu kostbar fallen möchte. 
Die hierdurch zu verursachen 
den Kosten können indessen der 
Sache keine Hinderniß in den 
Weg legen, weit das Auswerfen 
der Wälle ganz füglich zu einer 
Zeit, wo man für die Dienst- 
leute k.ine andere nothwendigere 
Arbeiten hat, nämlich im Herbst, 
nach vollbrachter Saatzeit, zu 
unternehmen seyn würde. 
Der Verlust der Hutung 
aber, welcher, wenn man diesen 
Vorschlag in großen, auf einer 
ganzen Feldmark in Ausübung 
setzen wollte, unvermeidlich 
wäre, würde mehreres Beden 
ken nach sich ziehen. 
Denn wir sind noch lange 
nicht dahin, daß wir die Acker 
weide schlechterdings «ntbehren 
können. Und wenn solches auch 
in einer Gegend, wodieStall- 
süiterung allgemein geworden, 
in c Ansehung des Rindviehes 
möglich zu machen stünde, so 
wird eS doch an den meisten 
Orten noch immer eine Noth 
wendigkeit seyn, daß unsere 
Aecker
	        

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