Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1790)

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und ehrwürdig gemacht haben, rung nicht immer das Siegel 
Es gehören also dahin Regeln, der Glaubwürdigkeit auf diese 
nach welchen die Witterung, Regeln drücken. Es ist indessen 
die Fruchtbarkeit oder Unfruchk- bemerkenswerth , daß dergleichen 
barkeit vermuthet oder beur- Regeln allenthalben, wo der 
theilt, die Beschäftigungen und 
die Zeit der Arbeiten des Bauers 
bestimmt, unv wodurch ihm so 
manche Erinnerungen und man 
che Vorsicht gemeiniglich in ei 
ner eigenthümlichen Sprache 
ertheilt werden. 
Es war natürlich, daß Leuten, 
die immerfort solche Beschäfti 
gungen trieben, auf welche die 
Witterung und andere zufällige 
Umstände einen unglaublichen 
Einfluß haben, auch mancherlei 
Bemerkungen aufstoßen müssen, 
aus denen sie nach und nach ge 
wisse allgemeine Sätze zogen. 
Da diese Bemerkungen schon 
aufferord.ntlich alt sind und sich 
aufErfahrungen von Tausenden 
gründen, so sollte man denken, 
sie müssen einen Schatz von 
Weisheit enthalten, und ihre 
Richtigkeit müsse über alle Zwei 
fel erhoben seyn, wenn man 
nicht wüste, wie leicht es ge 
schiehet, daß man zusammen 
treffende Umstände gar leicht 
fal ch als Ursache und Wirkung 
betrachtet. Da dieses schon oft 
hochgelehrtenLeuten begegnet ist; 
wer wollte es dem Bauer übel 
nehmen 1 Auch will die Ersah- 
Ackerbau getrieben wird, gefun 
den werden, unv oft aufs ge 
naueste zusammenstimmen. 
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Die mir bekannte Bauernre 
geln lassen sich, wie mich dünkt, 
auf diese Art eintheilen: 
i. Regeln, welche die Witte 
rung, Wärme, Kalte u. dgl. 
zum Gegenstand haben. Da 
dem Landmann so viel daran 
liegt, sie, wo möglich, zu 
wissen, so hat man sich von 
jeher Mühe gegeben, gewisse 
Zeichen ausfindig zu machen , 
um selbige zum voraus zu be 
stimmen. Dahin rechne ich: 
a, <&old)e, welche mit Be 
zeichnung eines Taars die 
um selbige Zeit gewöhnliche 
Veränderung der JahrS- 
zeiten, Witterung der ver 
schiedenen Warme, Zeiti 
gung der Früchte u dgl. zu 
erkennen geben. Sie wa 
ren am leichtesten zu ma 
chen, und sind eben darum 
vielleicht die ältesten, aber 
auch dem gröstenThe/l nach 
die unwichtigsten. Z.B. 
Wenn
	        

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