Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1790)

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v. Ueber die hitzigen Getränkk 
(Beschluß) 
3 uch die Branteweine sind oft 
durch fremde Beymischungen 
noch auf besondere Arten nach- 
chetlig. DrrFruchlbrantrwein 
schadet vorzüglich durch sein 
saures Phlegma, das eckelhaft 
riecht und schmeckt, und schon 
in kleinen Dosen Erbrechen 
macht; cs zerrüttet vorzüglich 
die Verdauung. Zuweilen wird 
derBrantewein mit starken Ge 
würzen zubereitet, und dadurch 
muß er, da er schon einfach ei 
nen behutsamen Gebrauch erfor 
dert, natürlicher Weift um so 
nachtheiliger werden, denn Ge 
würze erfordern eine noch vor 
sichtigere Anwendung, als hi 
tzige Getränke. Noch gefährli 
cher ist die Verfälschung des 
Branteweins mit narcotischen 
Mitteln, und, wie es in Eng 
land gebräuchlich ist, mit dem 
Kirschiordeerwaffer, das von 
den Blättern des krun. lauro- 
ceras. L. zubereitet ist. Fürnem- 
lich schädlich aber wird der 
Brantewein durch eine Beymi 
schung kupfrlger Theile, welche 
oft dadurch aeschreht, daß der 
Branrewem über kupferne Hel 
me distillirt, und durch kupferne 
Röhren aus den Kühlfäßern ge 
leitet wird. Drese gefährliche 
Auflösung desK-.'pftks in Bran- 
tewem macht Uebelkeit, Bre 
chen, Schmerzen des Magens, 
Entzündung desselben, Krampfe, 
Zittern der Gelenke, Lähmun 
gen, Verstopfung des Gekröses 
und mancherley andere Nach 
theile. Die Gegenwart des Ku 
pfers verräth sich leicht durch 
die nach Zumifchung des Sal 
miakspiritus entstehende blaue 
Farbe. 
So viel von den starken hitzi 
gen Getränkennun noch etwas 
von den schwächern derselben, 
nemlich den Bieren. 
So wohl die braunen Ger 
sten- als auch süßen Weitzen- 
Biere sind wegen ihrer nähren 
den, gelind reitzenden und stär 
kenden Kraft zum täglichen Ge 
tränk viel vorzüglicher und an 
gemessener. Sie werden aus 
der Abkochung der geschrotenm 
und gemalzten niedlichen Saa, 
men, als ans WeiM, Gerste,
	        

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