Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1790)

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W. I das ist ja eine curiofe 
FrageWoher anders, als 
vom Maykäfer? 
B. Das wohl! aber auf 
waö Art? 
W. Frägt er doch so wun 
derbar? Wie die Lämmchen 
von den Schaaftn entstehen, 
oder die Küchelchen von der 
Henne! 
B. Ja hier liegt eben ein 
großer Unterschied. Wenn daS 
Schaaf lammt, so ist das Lämm 
chen auch gleich wieder ein klei- 
veS Schaaf, und wenn die 
Henne ihre Eyer ausgebrütet 
hat, so sind auch gleich die jun- 
gen Hüner da. Aber bey den 
Maykäfer »st eS ganz anders, 
da sind nicht gleich junge May 
käfer da, wenn er heckt, oder 
wenn die Eyer auskriechen. 
Was sind denn die Maykäfer 
für Thiere ? 
W. Hm! Die Maykäfer 
sind halt Maykäfer. 
B. Er versteht mich nicht 
recht, Herr Gevatter. Ich 
meyne ergentlich: Wodurch 
unterscheidet sich denn der May, 
käfer, z.B von der Henne, so 
gleich auf den ersten Anblick ? 
W. Dadurch, daß er keine 
Federn und mehrere Füße hat, 
als sie. 
B. Weis er denn nicht 
mehr, wie man die Tbiere 
nennt, die mehr als 4. Beine 
haben? Erinnert er sich a cht 
mehr ans Heckmännchen ? 
W. Haha I I tzt geht mir 
ein Licht auf. Insekten sind 
es, Ins kten l 
B. Richtig! Infekten, 
W. DaS war ja ein ordent 
liches Examen, das er mit mir 
angist.llr hat. Er bätte einen 
guten Schulmeister abgegeben. 
B. Hahaha! Nein, dazu 
fühle ich mich zu unwissend. 
En Schulmeister muß gar viel 
wissen, wenn er ein rechter 
Schulmeister seyn will. 
Aber wieder auf unsere May 
käfer zu kommen — wie meynt 
er wohl, daß sie entstehen? 
W. Wie kann ich das wissen? 
Vielleicht auch wie der Goldkäfer 
oder das Heckmännchen? 
B. Gar recht. 
W.
	        

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