Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1790)

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sen, wo eine beständige Frost 
kälte herrscht, unv welche Herr 
Cotte als daö Kühlgefäß be 
trachtet. Diese Gegend kann 
eine Höhe von 2. bis 3000. 
Klaftern haben. Hier gefrieren 
also die Dünste, und werden 
einige Zeit durch den Wind er 
halten und hin und her gewor 
fen, bis sie endlich in mehr 
oder weniger beträchtlichen Ha 
gelstücken herniederfülleo, wobey 
es denn sehr leicht möglich ist, 
daß sich auch schon vor und 
während dem Fall mehrere Stü 
cke aneinander leimen. Indem 
sie nun durch die Atmosphäre 
gehen, vergrößern sie sich noch 
mehr auf Kosten der Dünste, 
die sich nun jedes Hagelkorn 
anlegen, fest frieren und ver 
schiedene Gestalten bilden. Je 
des Hagelkorn, das unmittelbar 
aus der Wolke kommt, macht 
hier den Kern, der auch gewöhn 
lich viel härter ist, als die Eis 
rinde die um denselben herliegt. 
Im Winter sind die Dünste viel 
dichter, erheben sich weniger 
hoch und frieren gewissermaßen 
schon im Steigen selbst; sie ha 
ben also nicht Zeit sich zu verei 
nigen, und fallen als eigentlich 
gefrorne Dünste in sternförmi 
ger Gestalt wieder auf die Erde 
zurück, welches dann die 
Schneeflocken giebt, die immer 
um fo größer werden, je weni 
ger hoch sie herabfallen. 
Mein hat bemerkt, daß selten 
bey Nachtzeit hagelt; diese Be 
merkung unterstützt die Erklä 
rungsart des Hagels, die Hr. 
Cotte gegeben hat. Sobald 
nämlich die Sonne den Horizont 
verläßt, kühlt sich die Luft ab, 
die Dünste verdichten sich, und 
können nun nicht mehr die Höhe 
der Atmosphäre erreichen, die 
er als das Kühlfaß des großen 
DestMergeräthes anfleht. Hr. 
Cotte verspricht über diesen 
Hagel noch umständlichere 
Nachrichten bekannt zu machen, 
wenn ihm seine zahlreichen Kor 
respondenten Materialien dazu 
liefern. Die Pariser Akademie 
hat auch den Hrn. Tessiier, le 
Roi und Buache Auftrag ge 
than, von allen Orten genaue 
Nachrichten über dieses Hagel 
wetter einzuziehen. 
Vom
	        

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