Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1789)

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Ist das Grummr dett Pferden zu füttern schädlich ? 
getrachtet man das Mummt, 
*** wenn es noch stehet, als 
Gras, so muß jeder diesem 
Grase die völlige Unschädlichkeit 
zugestehen, und es ist, grün 
gefüttert, keinem Thitre je 
schädlich geworden, und also 
gewiß nicht ungesund. Wenn 
man gleich dem Grase im Herb 
ste nicht den Wohlgeschmack 
beylegen kann, den cS im Früh« 
jähr und im Sommer hat, so 
veranlaßt doch gewiß die Füt 
terung von selbigem keine Krank 
heit bey irgend einem Thiere. 
Man muß also die Ursache von 
der Schädlichkeit der Grümmt- 
fütterung in der Behandlung 
beym Trockenmachen suchen, 
weil die mehresten bey dieser 
Arbeit zu leichtsinnig zu Werke 
gehen, und solches im Felde 
nicht trocken genug werden las 
sen. Einige wählen zum Ein 
machen des Grummets sehr oft 
solche Zeiten, wo es fast unmög 
lich ist, selbigen den nothwendi 
gen G> ad der Trockenheit zuge 
ben/um es unschädlich zu ma 
chen ; und hak es nicht den ge 
hörigen Grüd derselben, so ent 
stehen für das Grummet zwey 
sehr wichtige Fehler aus der 
üblen Behandlung, die dessen 
Fütterung schädlich machen kön 
nen. Der eine ist- daß es beym 
Liegen übel schmeckentw.ro, od<? 
wie der Bauer sagt: es verbit 
tert , da es denn von dem Vte- 
he mit Widerw Üen verzehrt 
wird. Der zweyte % her ,1 r der 
aus einer üblen Behandlung 
entstehet, ist für. die Gesundheit 
der Thiere von wichtigern Fol 
gen , nämlich daß düs Grmnmt 
jähe und also dem Magen sch wer 
zu verdauen werd. Der Ma 
gen ist nicht im Stande, es zu 
zerreiben, sondern eö wickelrsich 
in feste Kugeln , legt sich vor die 
Gedärme, und ein solch es Tbier 
ist insgemein das Opfer der 
Unvorsichtigkeit; ja ich habe 
einmal in einem geöffneten 
Thiere viele solche Kugeln, die 
so derb wie Stein waren, in 
den Gedärmen gefunden, die 
von solchem dalbtrockchea 
Grummt sich zusammen gewik- 
kelt, und dem Thiere den Tod 
zugezogen hatten. 
Um also das Grummt um 
schädliche für Pferde zu machen, 
und solches ohne Bedenken füt 
tern zu können, wird es noth 
wendig, solches so dürre werden 
zu lassen, als wie recht gu: ge 
dörrtes Heu. Zu solcher Arbeit 
aber ist nun die Zeit eben nicht 
am
	        

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