Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1788)

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ttptn verhält , sich vervollkomF 
net, und die einträglichste ist. 
Hierzu nehme ich nicht:kleine, 
sondern die zwischen diesen und 
den großen: denn erstere haben 
wenig oder gar keine Kraft zu 
treiben , und sind als volkom- 
mene anzusehen. Hiervon laße 
ich 2 oder z in ein Loch werfen 
je nachdem sie größer oder klei 
ner sind. *) 
Noch besser fahre ich aber, 
wenn ich die größten Kartoffeln 
setze, welche einzeln eingeleget 
werden, und ungetheilet: denn 
das Zerschneiden rst eine schwere 
Verwundung, wodurch ihnen 
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eine nicht geringe Kraft gerauber 
wird. **) Diese Saat - Kar 
toffeln verwahre ich lieber in ei 
nen Zimmer den Winter über, 
als in der Erde ; weil die Kar 
toffeln überhaupt davon eine al- 
zu große Kälte, die das Aufge 
hen verlängert, behalten, be 
sonders aber in der Erde nicht 
selten verderben. Kurz vor der 
Saatzeit bringe ich sie an einen 
warmen Ort, odek decke sie zu, 
damit sie Keimen werfen, die 
zur Saatzeit, wenn ich sie lege 
? Zoll lang beynahe hervorge 
gangen seyn müßen. ***) 
Zu diesem Kartoffelbaue wäh 
le ich überhaupt ein hohes Erd 
reich 
Pflanzen versetzt, und so davon Kartoffeln zu künftigem Samen erziehet; 
wie in der phpsik. ökon. Monatsschrift' Julp 1787 S.64 und mehr Orten 
deutlichst gelehret worden. v. H. 
*) Die Mittel- Kartoffel, wenn man nicht Schaaken, wie unten folgen 
wird, legen will, find am zuträglichsten: und dann ist eine solche genug 
i» jedes Loch. Wie wohl man diesen Stöcken auch noch Sprößlinge ab« 
nehmen, und 2.— 3 in 1 Loch versetzen und so auch eine Aernte weiter 
von jeden 2 — 3 Kartoffeln haben kann. d. H. 
'■**) Richt sowohl das Verschneiden oder die wunde ist schädlich: denn man 
schält die dicken Kartoffeln sonst auch ein viertel Zoll dick, nützt das 
Fleisch z» Stärke rc und legt die Schale ; aber die wemgcrn Augen 
sinds, die in ein Loch getheilt kommen, wenn man zerschnittene Kartoffeln 
Ugt, die also weniger Keimen treiben, folglich wenigere Früchte brin 
gen. d. H.' 
***) Im großen ist dieß etwas beschwerlich, und kaum zu verhüten, daß 
Keimen abgestoßen werden: indessen schadet dieß doch nichts, weil einige 
ohnehin die Keimen abbrechen und diese, so wie die Kartoffel, besonders 
legen, dadurch aber 2 Stöcke.zur Tracht erhalten; zumal man auch 
Zweige von Stöcken verpflanzen kann.
	        

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