Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1786)

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Nutzen der MgenKühe, sowie 
für die zur Mast bestimmten fest- 
gesezt zu seyn. 
Noch viel einleuchtender und 
nüzllcher wird sich diese Kuh 
nuzzungsart, die ohne Aufwand, 
der die Einnahme übersteige an 
vielen Orten hesiehet alsdann 
noch zeigen, wenn man eine 
Bierbrauerei, Frucht - und Mol 
ken - Brandtwembrennerei zu 
gleich mit betreiben kann. 
Die Fütterungsart der Milch- 
mastkühe beschreibt Hr. R. fol- 
gendergrstalt. 
Beydem, daß man im Gom 
mer das Blattwerck von den 
Kräuterfeldern nebst Kartoffel 
schrote so wohl, als auch an 
deres Schrot von Früchten, 
endlich auch Sie dazu anwen 
det—ich schreibe auch kein Maas 
darin vor, weil je reichlicher, 
aber mir Ordnung, man >e;t 
zufüttert, desto balder die Mäst 
ung vollendet undderMilchnuz- 
zen vergrößert wird: hier aber 
nicht die Frage von Mastungs 
Angelegenheiten ist, esauch zum 
Theileaufdie Groß- oder Klein 
heit der Kühe und deren Ge 
fräßigkeit ankommt; als worin 
man ab und zugeben muß — so 
bestimmt man im Winter zu 
diesem Mastfutter die aus der 
Erde im Herbste genommenen 
Wurzelwerke, z. B. die Bur- 
m? Z9 
gunderrüben, die Kohlrüben 
und Möhren (gelben Rüben) 
u. d. m. — Am bkßten ist'S, 
wenn man solche noch mit Hech- 
sei vermenget füttert: nur gegen 
die legte seyet man diesem Gejüt- 
ter etwas Schrot und zwar des 
wegen zu, damit man mehr 
Talg erhalte. Will man solche 
Wurzelwerke immer gekocht füt 
tern so muß man beständig 
Schrot zumischen : weil sie ge 
kocht nicht so gut, und nicht so 
stark die Milch vermehren. Auch 
Kürbse kann man mit Nuzzen 
füttern. Es müssen in den lcz- 
ten Monaten aber die gelben 
Rüben und Kürbse nicht mehr 
gefüttert werden, weil sie be 
kanntlich dem Talge eine gelbe 
Farbe verursachen; wiewohl das 
Fleisch sehr schmakhaft von ihnen 
wird. Die Fütterung mit Tur- 
nips oder Wasserrüben taugt zu 
dieser Mclkmastung gar nicht, 
weil sie unschmakhastes Fleisch 
veranlassen; nur im Anfange 
darf man sie einige Zeit füttern: 
zulezt aber müßen andere Ge 
wächse vorgezogen werden. 
Das Heu, welches wahrend 
dieser Fütterung angewendet 
wird, bestehet entweder aus or 
dinärem gutem Häu znmZwi- 
schenfutter, oder aus Rlehäue. 
Das Häu, was verschlämt wor 
den, und bei Mastochsen mit
	        

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