Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1786)

Kapital einbringe. Alfs scheue 
man auch dreien ersten Aufwand 
in dieser Zeit nicht, opfere und 
wende lieber ein ganzes Jahr 
der Einkünfte auf, damit das 
Guth in seinen wahren Werth 
und Ertrag gelange. Man ver 
zage dießfalls nicht zu geschwin 
de in seinem ökonomische«. Eifer: 
das 4te und die folgenden Jahre 
werden nicht nur reiche Einkünf 
te, sondern auch nach und nach 
das zuerst entbehrte Kapltalein- 
bringen, und das Guth, von 
dieser Seite betrachtet, ein sehr 
einträgliches Guth für immer- 
so lange nämlich jene gute An 
stalten fortgesezt werden — seyn. 
Die Natur macht keine un 
mögliche Spr ünge: dieOekono- 
mie eben so wenig. Daher ver 
lange man aus unzeitigem An 
triebe der Neider solcher besseren 
Anstalten nicht alles gleich von 
den ersten 2 — 3 Jahren wie 
der zurück was man darinnen 
aufwenden müssen. Aüer An 
fang ist schwer, also auch hier. 
— Muß doch auch ein Pachter, 
wenn er mehr Nutzen aus er-' 
pachteten Güthern schöpfen will, 
als sein Vorfahrer, die z ersten 
Jahre Aufwände machen, die er 
erst in den 3 folgenden Jahren 
wieder beziehen kann. Warum 
wollen Eigenlhümmer derglei 
chen Kosten an ihrem eigenen 
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Guthe scheuen, da dieses doch 
für sie selbst mehr werth wird; 
der Pächter aber daran keinen 
Theil hat; sondern nur mehr 
Pacht geben muß? Wie gefügt, 
zufrieden mit reichlichern Inte 
ressen erwarte man alles gewiß 
vom 4ten Jahre und den fol 
genden, Viele Beweise, alle 
Lande und alle Gegenden reden 
dafür. 
Die Fütterung der Kühe, in 
und bei einer beträchtlichen 
Stadt, zerlegt sich nach Hc. 
R. Erfahrungen auf zweierley 
Art. 
Die erste ist diese, daß man 
die zur fernern Nutzbestimmung 
entweder undienlichen, oder aber 
wegen Alter ausgebrakten Kühe, 
zur Mast aufstellet: die zweite 
gehet eigentlich die ordentliche 
und NuzzungS - Art der jüngern 
und guten Kühe an. 
Bey der ersten Art hat man 
die ausgebrakten Kühe entweder 
selbst, oder wenn man sie kaufen 
muß , nur alsdenn zu erkaufen, 
und zur Mast in einer Stadt 
und deren Nähe aufzustellen, so 
bald solche gekalbet haben. Es 
geschehe nun, daß man sie selbst 
aus seinem eigenen Stalle auf 
stelle, oder daß man sie außer 
halb zusamt dem Kalbe erkaufe, 
so füttert man iezt dergleichen 
Kühe reichlich und wie es zum 
Mästen
	        

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