Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1786)

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werden. Ja daß alsdann erst, 
wenn man nicht mehr weiß, wo 
hin mit dem Dünger , der rechte 
Zeitpunkt da sey/ wo die Ein 
nahmen zu ihrem festen Ziele ge 
langet sind: und daß man jezt 
nur anfangen dürfe, mir seinem 
Kapitale weiter zu wuchern , d. 
j. im ökonomischen Verstände, 
mehrere Güther anzukaufen; 
und sie in eben den Grand , mit 
eben dem Rsstenaufwande, zu 
fezzen. Aber niemals begehe man 
den ausserdem ökonomischen Feh 
ler eher, als bis die ersten 
Güther mit Dünger ganz sarc 
UNV tüchtig durchgesättiget.— 
Sonst wird aus keinem nichts 
Höchsteinträgliches: denn einrecht 
gut gehandhabtes Landguth 
bringt einem aufmerksamen Land- 
Wirthe , der mit Ueberlegung 
vielen Aufwand in dasselbe am 
rechten Vrre macht, mit der 
Zeit mehr ein , als ohne solchen 
kaum zwei Güther zu verschaf 
fen vermögen. Dieß gewähret 
nur Viehzucht, die mit vielem 
Rlebaue gesegnet wird: diese nie 
versiegende Quelle des Reich 
thumes, ohne deren steten Zu 
fluß der Acker nur ein magerer 
Sandort bleibt, welcher —- 
wenn ihn die Natur nicht mit 
außerordentlicher Fruchtbar 
keit beschenket — versaget, so 
bald jener Zuflußgmngerwicdr 
Wie miss man aus einem Brun 
nen vieles Wasser schöpfen,wenn 
seine Quellen schwach find, oder 
zn Zeiten gar ausbleiben? Eben 
dieses muß der Acker oft in glei 
chem Grade empfinden. Wird 
nicht dann der Düngerhaufen/ 
das ist seine Quelle, schwacher, 
wenn das Vieh den ganzen 
Sommer hindurch im Felde auf 
der Brache, oder sonst auf der 
Weide den Dünger den größte» 
theil des Tages Hindurch ver 
schleppet, und eben da denbeß- 
ten Dünger und doch nur zu 
elender Besserung (weil das 
beßte von den Käfern und der 
Luft verzehret wird, einohnver- 
faulker Dünger dem Felde auch 
mehr äzzend wie düngend ist) 
entlassen muß. 
Da mancher in der Berech 
nung vom Milchnutzen nur beym 
Ertrage von der ferreren Milch 
stehen bleibt, und nicht auch 
den Ertrag vom fetteren Dün 
ger betrachten möchte, fo füget 
Hr. R. noch hinzu wie beide mit 
einander verknüpft, nnd m die 
sem Bande recht nüzlicb, also 
solch eine gemeinschaftliche An 
stalt im Anfange, v. i. in den 
2 — 3 ersten Jahren mit Auf 
wand begleitet seye,, und nur 
die Folge dieser Zeit erst die reche 
reicheren und vergeltenden In 
teressen für fein aufgewandtes 
Kapital
	        

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