Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1786)

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viel Wasser ableiten oder tiefe 
Graben machen, wie mög ich 
ist. So wird sich Rockensaame 
nicht ersaufen; und der Dre- 
spen kann aus Wassermangel 
nicht wachsen. Mir deucht mit 
Recht, daß dieses von unend 
lichen Werth für den ist, der 
Mehl und nur wenig Kleye ernd- 
ten will; denn Drespen giebt, 
wie bekannt ist, nichts als 
Kleve. — Die Gutsherrn und 
die Kaufleute müssen diesen Vor 
schlag auch wichtig finden; wenn 
sie für kleines unreines Korn 
gutes bekommen. 
Nasse Witterung giebt den 
Schnekken viele Nahrung. 
Will man nun seine Saat nicht 
den Schnecken lassen, und sich 
in der Erwartung einer reichen 
Erndte täuschen; so muß man, 
wie ich in einer Abhandlung vor 
14 Jahren vorgeschlagen habe, 
auch deßwegen das stehende 
Wasser von den Feldern abzu 
leiten suchen. Dann werden 
die Erdschollen trocken ', und 
die Schnecken kleben mit ihrem 
Schleime fest, wobey sie ent 
weder verhungern, oder bey 
Ost-und Nordwinde sterben, 
oder weil sie sich nicht verber 
gen können, von anderen Thie 
ren aufgefressen werden. 
Bey nasser Witterung wird 
es der Schaafe wegen erford rt 
bey niedrigen Feldern, Angern 
oder Wiesen, tiefe Grabens zu 
machen, daß sich kein Schlamm 
ans Gras fetze, welches die 
Schaafe aus großen Hunger 
fressen müssen, und dadurch 
häufig wegsterben. Ueberströmt 
ein reines Wasser zu gewissen 
Zeiten die Anger und Wiesen, 
und werden sie alsdennn trok« 
ken; so kann sich nur ein feines 
gesundes Gras zeugen. Hin 
gegen in Sumpf und Schlamm 
werden die Schaafe ungesund. 
Husten, Farbe der Augen und 
das Ausgehen der Wolle vor 
der Brust, wenn sie gevrehet 
wird, geben dem Eigener War 
nungen, um daö V^eh bey Zei 
ten abzuschaffen, solches mchr 
als mit dem Felle zu nutzen, 
und Wartung und Futter zu 
sparen. 
(Der Beschluß folgt.)
	        

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