Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1786)

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Was ist aber bey einer künf 
tigen nassen Witterung zuthun, 
um Kom, Stroh, Pferde, 
Ackergeräthe und Arbeiter zu 
schonen, und die Gesundheit der 
Menschen die das Korn gemes 
sen , von dieser Sette, in 
Stchenheit zu setzen? 
Bey meiner Aufmerksamkeit 
auf viele Landhaushaltungen 
habe ich in meinen Erholungs- 
fiunden lernen können. Weil 
ich auch gewohnt bin, nach mei 
ner Kenntniß auswärtiger Län 
der, Anwendung zu machen; so 
fiel mir auch hier ein Ge 
danke ein, den wohl hundert 
andere denkende Köpfe mögen 
gehabt haben. Ich mache ihn 
hier bekannt, weil dieses Wo 
chenblatt vorzüglich mit dem 
Nutzen des Landmannes gewid 
met ist. Und weil nicht allent 
halben solche Männer, wie Rest 
Westfeld, Lüders, Schmäh 
ung, Helmuch und dergleichen 
sind, die andre zur Verbesse 
rung und zum Nachdenken an 
leiten. 
Die erste Frage ist: Muß das 
Getraide durchaus und sogleich 
in die Scheuren bey den Wohn 
häusern gefahren werden, daß 
man lieber Wagen, Geschirre, 
Pferde aufopfern will, als die 
ses nicht thun? 
Es scheint, daß es so seyn 
muß, wegen Sicherheit, Be 
quemlichkeit des AuSdröschens, 
neuer Bestellung des Ackers, 
wegen der Vögel und derglei 
chen. Allein dieses sind lauter 
Scheinnnothwendigkeiten. 
^Viele glauben, daß sie jenen 
Schaden übernehmen müssen; 
weil kein anderes Mittel da sey, 
das Korn einigermaßen zu ret 
ten. 
Mein einfacher, leicht aus 
führbarer Vorschlag ist dieser: 
Ist das Korn bey einer nassen 
Witterung in Gefahr auszu 
wachsen oder zu verfaulen; So 
scheue man erstlich in guten Ta 
gen keine Kosten; denn das ge 
rettete Korn, wird in nassen 
Jahren, bey größerm Preise die 
Unkosten reichlich ersetzen. 
Man kaufe jeden halben Tag 
sorgfältig aus, und wie es die 
Pflicht eines jeden guten Oe- 
konomen ist, so muß er darauf 
denken, seine Leute gut anzu 
ordnen, daß sie nicht auf Be 
fehle warten müssen, oder sich
	        

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