Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1786)

wollen, die Ueberschickung der Berlin müssen abgesendet wer- 
Gelver nach Berlin, und die den. Die Nahmen und Titel 
Ueberlieferung des Werks zu der Pränumeranten werden dem 
besorgen. Und die werden die Werk vorgedruckt. Arolsen den 
Gelder vor dem Febr. 178? roten Julius «786. 
überschicken, weil sie höchstens 
im Anfang des Märzes nach F. G. Heiner. 
Anleitung fürs Publikum zur vorläufigen Prüfung hex 
Weine ob sie ächt und unschädlich oder ver 
fälscht und ungesund find. 
§. i. 
Ms ist bekannt, daß gewinn- 
^ süchtige Weinhändler und 
eigennützige Weinwirthe, um 
ihre schlechten, verdorbenen Wer« 
ne zu verbessern, wenigstens 
ihnen eine verführerische Farbe, 
und angenehmen Geschmack zu 
geben, auch um ihre Fehler zu 
verbergen, oder, umändere ge 
ringere Sorten für Gewächse 
berühmter Weingegenden an 
preisen zu können, mancherley 
betrügerische Künste anwenden, 
und sich Handgriffe oder Bey 
mischungen erlauben, die der 
menschlichen Gesundheit höchst- 
nachteilig und wahre Vergif 
tungen sind. Oil ist auch Un 
wissenheit, Unbesonnenheit oder 
Nachlaßigkert Schuld, daß der 
Wein mit ungesunden, schäd 
lichen Theilen vermrschkoder ver 
unreiniget wird. — Insgemein 
sind die rothen Weine, vorzüg 
lich der Pontac, Medoc, Ca- 
hors rc. unachte, verfälschte, 
gefärbte, oder geschmierte Wei 
ne. Oft sind zwar die Mittel, 
welche man zu den künstlichen 
Färbungen dieser Weine anwen 
det, unschädlich, z. E. rother 
Sandel, Krapp, Heidelbeere; 
weil man aber gemeiniglich nur 
junge, rohe, herbe, schlechte, um 
schlagende, fchaale, ha-bverdorbe» 
ne weißeWeme durch solche künst 
liche Färbungen oderSchmierc- 
reyen in rothe Weine verwandelt 
demohngeachtet der Gesundheit 
schädlich und nachtheilig. Um 
innlandische Weine zu starken, 
ausländische umzuschaffen, ver 
setzen die Weinküper jene oft mit 
hjtzenden Dingen z. E. mit Gal 
gant, Kardamomen, MuSka- 
tenblüthe, nngegornem Most, 
mtt Bramwein u. d. gl. Man 
he-
	        

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