Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1778)

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© FWHB/DFG/UB Kassel 
len (ontt, zur Linken sahe man die 
Bay, unv größten Theils die La 
ger der ganzen Armee, die das 
Ufer einnahmen- 
Den 8ten. Abends ein ge 
schwind vv! übergehendes Gewitter, 
worauf noch etwas Regen folgte. 
Heute wurden einige Truppen der 
Armee embarquirt- 
Den yten machte ich fünf engl. 
Meilen am Ufer hinunter einen 
Spaz'errit an der andern Seite 
von Staaten - Island. Durch 
gängig fahr man hier noch die 
deutlichsten Spuren von AmrricaS 
Flor'. Ehrliche Bauren aus Hob 
ländischem Geblüdte, und freund 
liche Bauer- Weiber bewohnten 
ihre Häuser in stiller Ruh. Die 
se Gegend hat überhaupt viel än 
liches mit der, zu Bergheim und 
Wellen. 
Den ifttn sehr warm. Zwey 
Damms; Weiber engl. Schift 
Capitains, kamen aus Neugierde, 
«in deutsch Lager zu sehen, zu uns. 
Die eine, eine sehr artige Frau 
von obngefehr jo Jahren, sahe 
rin halb jährig Kind vom Regi- 
mente. 
Sie nahm eö mit entzückender 
Freude/ und unzähligen Küssen 
auf ihre Arme, und bot der Mut 
ter 20 GuineeS für ihre Kind, wenn 
sie eS ihr zu einer beständigen guten 
Versorgung überlassen woll«. So 
inständig und sehnsuchtsvoll sie 
auch darum bat, fo bat sie doch 
vergrbcnS. Sie halte rin einig 
Kind gehabt, welches ihr vor kur 
zem gestorben, und ich glaube sie 
hätte vor das gegenwärtige eine 
noch größere Summe gegeben, fo 
groß war ihr Verlangen darnach. 
Den igten Helles und sehrwar- 
mes Wetter. Noch immer ist eS 
uns ein Räthsel wo die gerade hin 
ter uns auf dem Sunde liegende 
Flotte ihren Lauf hinnehmen wird. 
Die öfter« Canon-Schüsse von den 
Krieges - Schiffen machen uns auf 
merksam, und doch bleiben die 
Schiffe vor Anker. 
Den roten segelte der grösst 
Theil der Flotte nach gegebnem 
Signal, weg. 
Denkten. Auf einen warmen 
Tag folget immer ein noch wär 
merer. BiS hieher habe ich das 
hiesige Ciima mit dem unfrigen 
ziemlich gleich gefunden, allein in 
Ansehung der Hitze in den Mo 
naten Julius und August ist der 
Unterschied gar zu merklich. 
Den -ten August beurlaubte 
ich mich beym Regiment, und 
fuhr mit dem Hr. Regim. Feld 
scher nach Neuyork, die dasigen 
Kranken im HoSpital zu besuchen. 
Wir hatten guten Wind. 
Den sten gingen wir ins Hos 
pital, welches außer der Stadt 
war
	        

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