Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1778)

rrs 
Lauge ganz rein, und klopfet e- 
mit einem dazu verfertigten Brette, 
upd spült dasselbe in reinem/ kla 
rem, und wenn es möglich ist, in 
flleffendem Wasser aus, und legt 
es hierauf an die Bleiche. 
Der Ort, wo das Garn ge 
bleicht werden soll, muß so gele 
gen seyn, daß er, so viel thunlich, 
Den ganzen Tag über die Sonne 
hat. Es ist ferner kenntlich gut, 
wenn er am Hange eines Hügels 
liegt; vor allen Dingen aber müs 
sen keine Bäume die Sonne hin 
dern, und die Bleiche mit den 
herabfallenden Blättern bestreuen. 
Auch muß dahin gesehen werden/ 
daß das Garn nicht zu tief im 
Grase liegt, damit es nicht an 
den Stellen, wo es mit Gras bedeckt 
ist, röthlich bleibt, und also beym 
Verweben Streifen giebt. 
Das Garn selbst muß ganz egal 
und so sehr dünne auf der Bleiche 
ausgespreitet werden, als nur mög 
lich ist. Je- nachdem es geschwin 
de oder langsam in der Sonne 
trocknet, muß dasselbe öfters an 
gefeuchtet oder naß gemacht, begos 
sen werden. Wenigstens muß 
man das Garn alle zwepmal 24 
Stunden umwenden. Hat das 
selbe auf die Art 4 Tage gelegen; 
so ist eS nöthig, daß es wieder 
aufgenommen und im Wasser aus 
gespült werde, damit es nach die 
sem Waschen und auf dem desto 
reiner gewordenen Faden, desto 
besser bleichen könne. Wenn nun 
nach diesem r dis 3 Tage ver 
flossen, und wenn das Garn 
vorher noch einmal umgekehrt 
worden; wird es trocken ge 
macht, und alsdenn zum zwey- 
tenmale gebüket. 
XVI. Von der Zweyten Büke 
und zweyten Bleiche. 
Bey dieser Büke ist folgendes 
zu bemerken: Ist das Faß enge: 
so verfährt der Hausmann mit 
dem Einlegen des Garns auf die 
Art, als bey dem Gaarmachen 
oder bey der ersten Büke gezeigt 
worden. Er legt nehmlich dasselbe 
schichtweise hinein, und schüttet je 
desmal so viel Asche darauf, als 
ihm gut dünkt, oder er vertheilet 
auf,00 Stücke a | bis 2 Schef 
fel Asche. 
Sollte das Faß aber geräumig 
seyn, alsdann kann er das Garn 
auf einmal gerade und schichtweise 
hineinlegen, und oben auf demsel 
ben ein sogenanntes Aschrtuch oder 
Bükelaken ausspreiten, worin er 
erst einige Stücke Hedrngarn 
legt, und demnächst die vorhin 
angegebene Quantität Asche auf 
schüttet und auf die vorhin beschrie 
bene Art büket. 
Wenn es immer geschehen kann; 
so ist rS gut f wenn die Hauswir 
thin,
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.