Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1778)

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gm von diesem Stücke AM jähr 
lich zwey Theile Kraul, und drey 
Theile Klee zum Abgrasen, in i, 
r und; jähriger Nutzung, und wird 
Damit beständig umgewechselt. . 
6 Pey dieser Emreichtung be» 
finden sich die hiesigen friesländi- 
scheu Kühe recht wohl, und der 
daher kommende Nutzen wird mit 
dem ziemlich in Gleichgewicht ste 
hen, welchen der Hafer geben wür 
de, womit sonst die mit Klee an 
gebauten Gerstenfcidrr könnten be 
säet werden, - zumal der Klee ohne 
allen weitern Aufwand genutzrt wer 
den kann. 
7. Darüber aber habe ich mich 
oft verwundert, daß Man aus die 
sem Klee, wenn solcher in der Blü 
the stehet/ fast gar keine Bienen 
antrift, ungeachtet doch dessen Blu 
men viele Süßigkeit dey sich hat; 
ich bin daher auf die Gedanken ge» 
kvrnmrn, ob etwan die Bauart die 
ser Blume nicht verstattete, (indem 
solche sehr dichte uud gedrungen ist,) 
Das die Bienen «inen Genuß dar 
aus ziehen kämen. 
8. Der Klee wird auch dürre ge 
macht und zum Winterfutter ge» 
nutzet; weiches zwar wegen des in 
dm Stänqrln befindlichen vielen 
SafteS, zumal wenn die Witte 
rung nicht dazu emfchlagt, eine et 
was langweilige und unangenehme 
Beschäftigung ist. Es wird da 
mit allhier also pwtedirt: Wenn 
der Klee abgehauen ist, so bleibt er 
bey gutem Wetter »4 Stunden in 
Schwaben liegen, sodann wird er. 
in mittelmäßige Haufen aufge 
bracht- worinne er zwey auch drey 
Tage, und überhaupt so lange ste 
hen bleibet, bis sich die Haufen recht 
erwärmet haben, und zu maucke» 
anfangen, sodann wird er wie an 
deres Heufuttcr behandelt. Arbei 
tet man aber gleich anfänglich zu 
viel darinnen, so reiben sich die 
Blätter ab, und mann bekommt 
nur die Stängel auf den Boden. 
Im Winrer wird von diesem dür 
re gemachten Klee viel auf der Sie 
dedank geschnitten, und dem Vie 
tze unter die Strohsiede oder He 
ckerling gewmget, so ihnen alsdenn 
eine Art von Anmengset ist. Der 
Klee wird zum Dürrcmachen nicht 
eher gehauen, als bis er anfängt 
zu verblühen. 
% Noch ein Vortheil ist nicht 
zu vergessen, welchen der Klee den 
Feldern verschaffet, auf denen er ge- 
bauet wird. Dem wenn die von 
dem Vieh« übrig gelassenen Klee- 
stmzeln mit unrergebraachet wer 
den, (vieskSturzeln sindhier manch 
mal so groß, daß zu jedem Pfluge 
rin Einleger gegeben werken muß,) 
so machen solche die Aecker nicht nur 
mürbe, sondern sie geben auch zu 
gleich die halbe Düngung ab.
	        

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