Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1778)

FWHB/DFG/UB Kassel 
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den theils abgchütet, Heils abge, 
graset und abgehauen, und sowohl 
Rindvieh als Pferde »m Stalle 
damit gefüttert. 
». Beym Abhüten aber wird 
diese Vorsicht gebraucht, daß wenn 
im Frühjahre mit dem Rindvieh« 
ausgetrieben wird, solches zuerst 
ein Paar Tage auf Rockenbraachen 
oder solche Huthung, wo kein Klee 
ist, gelassen wird, damit es de 
Grüne gewöhne, weil es sonst von 
dem noch allzusaftigrn Klee den 
Durchfall bekommt, welcher zwar 
eben kein« weitern Übeln Folgen hat, 
als daß das Vieh davon etwas 
dünne wird. In der Folge wird 
so lange, als möglich, mit der 
Huthung umgewechselt, so daß das 
Vieh vormittags auf Hukhungen, 
wo kein Klee ist, nachmittags aber 
auf den Kleebraachrn gehet; sonst 
würde es fich den Klee überdrüßig 
fressen. 
Noch mehr aber hat man 
sich in Acht zu nehmen, daß wenn 
auch das Rindvieh die Kleehukhung 
schon gewohnt ist, solches dennoch 
bey nasser Witterung auf keinen 
frischen oder neuen Fleck gelassen 
werde, weil eS sich sodann sehr 
leicht überfrißt, und mit dem naf 
sen Klee dergestalt verstopfet, daß 
solches auf der Stelle geschlachtet 
werden muß, selten wird ein ver 
gleichen Stück, (welches gemei 
niglich die besten- trist,) durch fvr- 
r§r 
cirteS Treiben und Eingieffung 
durchschlagender Mittel gerettet. 
4. Vor die Pferde wird nicht 
eher Klee gefüttert, als bis solcher 
in völliger Blüthe stehet; diese fres 
sen solchen nicht nur sehr gerne, 
wenn er auch schon alt und braun 
ist, sondern gedeihen auch recht wohl 
dabey; anfänglich bekommen sol 
che ein Paar Tage halb Heu und 
halb Klee, um wie bey dem Rind- 
viehe, den alljustarke« Durchlauf 
dadurch zu vermeiden. 
s. Ueber vorgemeldeten Feldklee, 
ist auch hier noch ein Stück Acker 
von 8 dresdner Scheffel Korn 
Aussaat, zu dreyjähriger Klecnu- 
tzung folgendergestalt eingerichtet: 
Dieses Stück Acker ist in 5 gleiche 
Theile geweitet; ein Theil davon 
wird jährlich neu aufgerissen, ge 
hörig zugerichtet, bedünget und mit 
Kraut beflanzet; der andere Theil 
trägt zum andernmale Kraut; der 
dritte Theil, welcher bereits zwey- 
mal Kraut getragen hat, wird ein 
geebnet und mit Hafer und Klee 
besäet; hier wird aber der Klee et 
was starker als im Felde gesäet, 
nämlich auf 1 Scheffel Haferaus 
saat i Maßchen Klee als der vier 
te Theil einer Metze. Dieser einge 
ebnete Fleet kann schon im ersten 
Jahre zweymal, im zweyten Jah 
re drey und viermal' und im drit 
ten Jahre wiederum zweymal ab, 
gegrastk werden. Solchemnach tra- 
1 gm
	        

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