Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1778)

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die Zunge sehr, wobei die Drüsen 
dermaßen anlaufen, daß das Vieh 
das Maul weder recht auf - noch 
tumachen kann. In solchem Falt 
ist am beßten, daß man dasselbe 
bald schlachten läßt; dasjenige aber, 
was vom Brande aufgriffen ist, 
MUS weggeworfen werden. 
Der Glieder - Brand findet sich 
in den Beinen, entweder in den 
vordern, oder hintern, oder in al 
len zugleich, ein. Trift eS alle 
Beine zugleich/ so fällt ein solches 
Stück Vieh gäblig darnieder; und 
eS ist auch nicht wieder aufzubrin 
gen , man möge vornehmen waS 
man will. Diejenigen, bey denen 
der Brand nur entweder die vor 
dern oder die hintern Beine trift, 
fangen an, di« getroffenen Beine 
zu sperren; und wenn sie sich ge 
legt haben, fo können sie sich nicht 
auf dieselben stützen, sondern ver 
kehren die Füße gänzlich. Wenn 
man bey leztrrer Art eS nur bald 
gewahr wird, so ist daS beßte Mit 
tel dawider, daß man sich äusserst 
bemühe, solche Stücke Vieh in 
Bewegung zu bringen; und ob es 
gleich im Anfang«, schwer hergeht, 
so muS man doch nicht nachlaßm. 
Ist aber der Brand in alle Beine 
zugleich gekommen, so hält eS schon 
schwerer. DaS allerbeßte hierbei 
ist, wenn man sie nicht bald schlach 
ten lassen will, daß man die Bei 
ne , solange alS möglich, reibe. 
Man nimmt Heusamen, oder an 
dere gute Kräuter, wie man sie hat, 
oder auch nur gut aufgekommenes 
blätterichteS Heu , mit etwas Lein 
samen vermengt, kochet dasselbe in 
einem Topfe; und wenn eS etwas 
abgekühlt, und dir siedende Hitze 
heraus ist, bähet und wärmet man 
die Beine damit, und macht Um 
schläge davon, welches man zum 
öfter» wiederhohlt. 
Nachricht, wie man Kartoffeln 
bauen könne, ohne sie zu 
pflanzen. 
Wenn die Kartoffeln ausgeblüht 
haben, und die Aepfel daran sitzen, 
so schneide man Stengel ad, und 
stecke solche zwey Fuß Quadrat v)N 
einander, einen Fuß tief io die Erde. 
Nach l4 Tagen fange man an solche 
ein bis zweymal zu behacken, so wird 
man im Herbst eben so viel Kar 
toffeln daran finden als an den ge 
pflanzten. Es ist dieses Abschnei 
den nicht schädlich, nur muß man 
nicht mchr als die Hälfte von einem 
jeden Herst nehmen. 
In einem jeden Lande komme« 
die Kartoffeln fort, sogar in den 
bergigken und steinigten Gegenden; 
nur zu feuchtes Land ist ihnen schäd 
lich, aber das rst eine ausgemachte 
Sache, fo wie bey allen Gewäch 
sen, also auch hier, je besser das 
Land ist, je besser geräih die Frucht.
	        

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