Full text: Hessenland (51.1940/41)

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Abb. 158: Titelblatt aus dem Büchlein vom Festungsbau des Grafen Solms. Holzschnitt von Hans Döring 
bach. 1530 erwarb er das Schloß Grafeneck/ im heutigen 
Oberamt Münsingen gelegen, und heiratete die Witwe 
des kaiserlichen Burgvogtes auf Hohenneuffen, Hans Diet 
rich von Westerstetten, Osanna, eine geborene von Neu 
hausen. Aber auch jetzt gab es für ihn keine Ruhe. Bald 
im Dienste des Kaisers, bald im Dienste des Pfalzgrafen 
oder anderer Fürsten, nahm Bemelberg in führenden Stel 
lungen an verschiedenen Feldzügen teil. Es würde zu weit 
führen, sie hier alle Zu behandeln. Erwähnt sei nur, daß 
er im Schmalkaldischen Kriege auf der Seite des Kaisers 
stand, dieser ihn aber wegen angeblicher Hinneigung zu 
den Protestanten und Untreue gefangen setzen ließ, sich 
dann aber später wieder mit ihm aussöhnte. Im übri 
gen genügt es Zu wissen, daß Bemelberg in hervorragen 
den Führerstellen an allen wichtigen Kriegsereignissen der 
damaligen Zeit teilgenommen hat. Am 29. Juni 1567 
starb er und wurde in der Pfarrkirche zu Schelklingen bei 
gesetzt. 
Wir sehen: Konrad von Bemelberg war einer der her 
vorragendsten Landsknechtsführer seiner Zeit. Als solcher 
ist er mit den berühmtesten Kriegsleuten zusammengekom 
men. Namen wie Georg von Frundsberg, Sickingen, Se 
bastian Schärtlin von Burtenbach, Graf Reinhard zu 
Solms und viele andere von gutem Klang in der Kriegs 
geschichte begegnen uns immer wieder in seinem Leben. 
So hatte er genügend Gelegenheit, in Praxis und Theo 
rie die damalige Kriegskunst kennen und beherrschen zu 
lernen. 
Oft mag er bei seinen vielen Feldzügen die Unzuläng 
lichkeit der Heeresorganisation erlebt, oft auch mit den 
Freunden und Genossen durchgesprochen haben. Freund 
schaft und gleichgerichtete Neigungen veranlaßten ihn, sich 
mit Heinrich Treusch von Buttlar zusammenzutun, um die 
sem Mangel abzuhelfen und das Ämterbuch zu verfassen. 
In ihm wurde zum ersten Male eine einigermaßen syste 
matische Darstellung versucht. Es ist außerdem so inter 
essant für uns, weil es in seltener Vollständigkeit die da 
mals bei den Heeren üblichen Chargen, die „Ämter", auf 
zählt und uns in Zahlreichen „Artikeln" mit ihren Funk 
tionen vertraut macht.
	        

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