Full text: Hessenland (49.1938)

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älteste Orte 
Namen auf „3" 
Ortsnamen der Zeit 
von etwa 400—800 
(n. Arnold) 
Ortsnamen der 
Nodezeit 
Zell-Orte 
älteste Klöster 
Burgen (nicht alle!) 
Antsanvi a 
Ningwälle 
Vorgeschichtl. Funde 
Steinzeit 
Bronzezeit 
Hallstadtzeit 
Latenezeit 
Salzquelle bei Toten 
kirche Notenkirchen 
Kreisgrenze 
Abb. 4. Ortsnamenverbreitung und vorgeschichtl. Funde 
ben, bis dann schriftliche Überlieferung uns die Vergan 
genheit erschließt und zeigt, wie der Mensch die Land 
schaft sich dienstbar machte und ihr Aussehen umformte. 
Die Landschaften des Kreises Hünfeld. 
Vier große landschaftliche Einheiten lassen sich im 
Kreis Hünfeld aufstellen: Oie Sandsteintafeln im 
Westen, die Hünfelder Niederung, die Kalklandschast um 
Rasdorf-Eiterfeld und die gestuften Flächen im Süd 
osten, denen ein kleines Stück im äußersten Nordosten 
noch zuzuordnen ist. 
Die Sand st ein tafeln: Flachliegende, nur we 
nig nach Norden hin ansteigende Sandsteinschollen sind 
von einigen, nicht unbeträchtlichen Verwerfungen und 
Einbrüchen durchzogen. In meist — das heißt, wo keine 
Einbrüche benutzt werden — engem Tal durchbrechen 
Haune und Eitra die Sandsteinflächen, kurze Nebentäler 
zerschneiden die oft kaum gegliederten Ränder. Wald 
bedeckt die Hänge und hat auch auf den ebenen Höhen 
noch große Ausdehnung. Hier griff der Mensch oft erst 
spät, wie die —rode Dörfer zeigen, von den Rändern 
her siedelnd ein, denn allzugut ist der Sandboden, der 
aus der Verwitterung des Buntsandsteins hervorgeht, 
nicht, und gering ist nur die Verbreitung kleiner Lehm 
flächen. Wo aber besserer Boden inmitten des Sand 
standgebietes vorkommt, da sind schon sehr früh, wie 
Vorgeschichtsfunde und alte Ortsnamen Zeigen, Sied 
lungen entstanden. Die Einbrüche an alten Schollen- 
grenzen sind also Ausgangspunkte der Besiedlung. Die 
Berghänge im Nordwesten des Köhlermoores waren 
vom Menschen der Bronzezeit besiedelt, sein durch schöne 
Hügelgräber und Siedlungsreste gekennzeichneter Wohn- 
raum dehnte sich nach Westen bis über das Fuldatal hin 
aus, und älteste Ortsnamen wie Suarzaha finden 
sich hier. Bis vor etwa 150 Jahren befand sich sogar 
ein See bei Schlotzau, ein tiefer künstlicher Graben, der 
einen Bergrücken durchsticht, wurde zu seiner Trocken 
legung ausgehoben. Wenig seitlich des Haunetales lie 
gen die Becken von Wehrda und Rothenkirchen. Die 
jungen, vielleicht sogar späteiszeitlichen Einbrüche, die 
hier kreisrunde, feuchte Wiesenflächen entstehen ließen, 
liegen hier seitlich neben alten geologischen Einmuldun- 
gen und Einbrüchen, die Röt in die Tiefe versenkt haben, 
sodaß schwere Lettenböden heute auftreten. An beiden 
genannten Stellen sind auch Basalte aus der Tiefe em 
porgestiegen, sie geben aber keinen Anlaß zur Entstehung 
stattlicher Kuppen wie weiter im Osten. Beide Stellen 
sind Ausgangspunkte für die Besiedlung, Rothenkirchen, 
dessen Name über das Alter wenig aussagen kann, da 
hier ein Umtaufen eines älteren Ortes anzunehmen ist, 
ist noch bevorzugt durch die Salzquelle in seiner Nähe. 
Ein Steinbeil, das in der Gemarkung gefunden wurde, 
weist auf die frühe Anwesenheit des Menschen hin, und 
eine einsame alte Totenkirche auf einem ins Haunetal
	        

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