Full text: Hessenland (49.1938)

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Abb. 1. Geologisches Kärtchen 
des Kreises Hünfeld 
1 :250000 
Zeichenerklärung: 
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IW! 
E 
Talauen und diluviale 
Bildungen 
Basalte u. Monolithe 
Tertiär 
Keuper 
Muschelkalk 
Röt 
Mittl. Buntsandstein 
Unt. Buntsandstein 
Kleine Kreise geben die Lage 
von Ortschaften 
In der flachwelligen Landschaft zu Beginn der Tertiär- 
zeit herrschte in großen Zügen schon die heutige Verbrei 
tung der Triasschichten, im Westen Buntsandstein, im 
Osten Muschelkalk und Keuper. Tiefgründige Verwitte 
rung unter tropischem Klima war weitverbreitet. Doch 
da der Untergrund immer noch nicht zur Ruhe gekommen 
war, wechselte fortwährend Abtragung mit Aufschüttung. 
Flache Brackwassermassen bedeckten die Landschaft, Tone 
entstanden in weiter Ausdehnung, doch dann wieder ver 
schwanden diese fast restlos. Als die vulkanische Tätigkeit 
einsetzte, wurden die zunächst entstandenen Traßmassen 
auch wieder bald überall abgetragen, wo sie nicht, wie 
am Dachberg (Hirsch 37) oder bei Mackenzell, durch Ein 
sinken an einer Verwerfungsspalte geschützt waren. Aus 
die Ausschüttung der sauren Tuffe folgte das Aufsteigen 
des Zugehörigen hellen Monolithes, der plattig erstarrte. 
Auf den Südwesten des Kreises sind die Phonolithvor- 
kommen beschränkt, deren stolzestes die Milseburg jen 
seits der Grenze ist. Durch die Triasschichten hindurch 
drängte das flüssige Magma zur Oberfläche, meist aber 
erstarrte es schon, ehe der Durchbruch durch die aller 
obersten tertiären Schichten gelungen war, und erst die 
Abtragung legte den Phonolith frei. 
Auf die wieder abgehobelte, flache Landschaft wurden 
bei neuer Auffüllung in ausgedehnten Seen Tone, dann 
als Zeugen einstiger Flüsse auch Kiese abgelagert. Da 
starke Verwitterung herrschte, waren es vorwiegend 
widerstandsfähige Milchquarze, die von den Flüssen mit 
geführt werden konnten. Am Soisberg und bei Hasel 
stein finden sich diese kleinen Milchquarzgerölle noch 
heute, meist zusammen mit Quarziten. In den flachen 
Niederungen gediehen in der jüngeren Tertiärzeit üppige, 
subtropische Wälder, in denen Palmen gediehen. Die 
reiche Pflanzenwelt gab Anlaß zur Bildung von Koh 
lenflözen, doch sind diese anscheinend nur in der Hoch- 
rhön mächtiger entwickelt gewesen, nur unbedeutende 
Kohlenvorkommen sind bei Haselstein einst bekannt ge 
worden (Hassenkamp 1858) 5 ). Fast überall in der Rhön 
sind die Braunkohlen verschwunden, wenn sie nicht durch 
nachträglichen Einbruch oder Basaltbedeckung vor der 
Abtragung geschützt waren. 
Basalttuffausbrüche kündigten den Eintritt neuer vul 
kanischer Tätigkeit an, die jetzt durch das Aufsteigen 
eines basischen Magmas bedingt wurde. Es folgte weit 
gehend den alten Sprüngen der Triasschichten auf seinem 
Wege zur Erdoberfläche. So finden wir oft kleine einge 
klemmte Kalkschollen zusammen mit Basalt, sehr schön 
z. V. im neuen Straßeneinschnitt bei Rückers aufgeschlos 
sen, — da ist aber der Kalk nicht in offene Vulkan 
schlote gestürzt, sondern der dunkle, nachträglich oft stark 
zersetzte Basalt benutzte alte Einsturzlinien zum Aufstieg. 
Sehr oft blieb er dabei in der Tiefe stecken und erstarrte 
dort. Oft drang er zwischen die benachbarten Gesteins 
schichten, so bei Rothenkirchen zwischen Röt und Muschel 
kalk, bei Hünfeld (Kirschberg) in Wellenkalk, bei Rasdorf 
(Dachberg) in Tuffe (Hirsch 37). Besonders gern schob 3 
3) Die Kohlen von Buchenau sind jünger!
	        

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