Full text: Hessenland (49.1938)

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Abb. 37 Truhe aus Treisbach. Museum der Universität 
als letzte äußere Ausweisung auch den uns von den 
Schränken her so vertrauten Zinnreiter?) 
Inzwischen konnte das Museum einen dieser Schränke, 
der in Dernbach (Zwischen Gladenbach und Bottenhorn 
im Hinterland) aufgekauft wurde, erwerben (Abb. 39 — 
zu vgl. Abb. 20 und 21). Auch wurden jetzt im Museum 
Zwei Bauernhaustüren (beide erworben 1937) aufgestellt, 
die wir, vielleicht etwas lockerer, für den Meister in An 
spruch nehmen möchten — die eine davon mit Pfosten 
und Balkenwerk'). (Abb. 40 und 4l)?) Diese Türe an 
sich ist einfach im Motiv, aber um schmale Spiegel herum 
fein profiliert, die Längsachse durch ein Kettenband her 
vorgehoben. Die geschnitzten Ranken auf den Pfosten, 
deren Aufsteigen veranschaulichend, mit Sternblüten, Tul 
pen und schmalen Blättchen, weisen die Arbeit wiederum 
in die Nähe unseres Meisters der Schränke. Man halte 
die beiden Ranken von dem Wandschränkchen aus Amö 
nau (Abb. 22) daneben! Die Inschrift auf dem Sturz 
nennt als Erbauer des Hauses Elisabetta Schmit und 
ihren Sohn Johann Iohst Schmit, sowie die Jahreszahl 
der Entstehung „1791" und ist umrahmt von Pflanzen 
mit Sternblüten und Tulpen in Nitzzeichnung. Auf dem 
Balken über dem Sturz eine gleichartige Pflanze, aus 
einer gegitterten, herzartigen Form herauswachsend 4 ) 
Gerade diese Haustüre, d. h. vor allem die Pfosten, bietet 
ein schönes Beispiel eigentlichster bäuerlicher Erfindung, 
oder besser Überlieferung — erscheint im Gegensatz zu den 
Türen des Museums Abb. 1 und 5 von den Stilformen 
der Zeit kaum berührt. 
Durch die Nahmenprofile vor allem sind auch noch eine 
Reihe weiterer Türen in Amönau, sowie eine in dem 
1) Die Kenntnis dieser Truhe, wie auch die einiger der Schranke, 
verdankt der Vers. Maler Karl Lenz aus Erdhausen, der sich dem 
Museum aus innerer Anteilnahme schon oft hilfreich erwiesen hat. 
2) Den Hinweis auf diese Türe verdankt das Museum Archi 
tekten K. Rumpf in Marburg. 
3) Ein Gegenstück zu Abb. 41 im Museum in Biedenkopf. 
4) Also das sog. Lebensbaumsinnbild. 
unweit gelegenen Mellnau mit der geschilderten Werk 
statt in Verbindung zu bringen. Die Schnitzerei zeigt 
allerdings etwas abweichende Art. Dies gilt auch von der 
Türe mit Pfosten in Amönau, Haus Nr. 18. 
Abb. 38 Feld vom Deckel der Truhe Abb. 34
	        
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