Full text: Hessenland (48.1937)

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Leinwandbildern von fast drei Metern Breite, die die Pfännerschaft aus ihrem Sitzungs 
raum im Allendorfer Rathaus zur Verfügung gestellt hat und die als Deckbilder für die 
beschädigten 2 ) Wandbilder dort gedient haben. Sie dürften aus der Mitte des 18. 
Jahrhunderts stammen und zeigen in naiver Darstellung das alte Soodener Solbrunnen- 
haus, umgeben von einem Kranz von Kot- oder Siedehäusern, und eines der alten Leck- 
oder Gradierwerke. Diese Bilder sind gewichtige Zeugen für die große Tradition der 
heimatlichen Industrie. Die vielgestaltige und ins alltägliche Leben von Jahrhunderten 
eingreifende Bewirtschaftung der Saline ist heute noch nicht in der gewünschten Voll 
ständigkeit zum Ausdruck gebracht. Eine hoffentlich nun beginnende beharrliche Mühe und 
Liebe wird sich der Vielseitigkeit des Darstellbaren annehmen müssen- im glücklichsten 
Fall würde ein Spezialmuseum von weit über die engere Heimat hinausgehendem Inter 
esse der Lohn sein. Die jetzt vollzogene Einrichtung, die sich auf das Vorhandene und in 
Niederhessische Vauernkeramik Aufn.: O. Tellgmann, Eschwege 
Kürze Erreichbare beschränken mußte, mag als Anlage und Richtung gelten- die vor 
zügliche Dissertation von Kurt Rebe „Die Verfassung der Saline Sooden a. d. Werra 
seit der sog. ewigen Lokation vom 3. Mai 1586 bis zu ihrem 1866 erfolgten Uebergang 
an Preußen", Göttingen 1932, gibt ausgezeichnete Richtlinien für eine museumsmäßige 
Ausbeutung des Themas nach allen Seiten zur Hand. — Jetzt ist vorerst die geschichtliche 
Abfolge durch eine leider noch lückenhafte Galerie von Porträts der Salinenleiter repräsen 
tiert, unter denen der Obersalzgräfe Freiherr Waitz von Eschen hervorragt. Dieser hat in der 
ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts höchst bedeutsame Verbesserungen in der Bewirtschaf 
tungsart der Saline und ihrer merkantilistischen Ausbeutung vorgenommen, die ihn zu 
einem berühmten Fachmann seiner Zeit machten. Er ist darin verwandt einem seiner gro 
ßen Vorgänger, dem bedeutenden Soodener Pfarrer und Salzgräfen Rhenanus, der unter 
der Regierung Wilhelms IV. die Nutzung der Saline auf eine erstaunliche Ergiebigkeit 
2) Kürzlich im Auftrag des Bezirkskonservators durch den Kunstmaler Kienzle wiederherge 
stellt.
	        

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