Full text: Hessenland (47.1936)

einem Reisebericht als vorbildlich bezeichnet. Vgl. 
Franz Steffen, Die Normalschule zu Rüthen, Normal 
lehrer Friedr. Anton Sauer und dessen Reisebericht 
über die Schulen in Göttingen, Fulda und Würzburg 
aus dem Jahre 1795. Düsseldorf 1913 (Anzeige in 
der ZHG. 49). — Die beiden letzten Abschnitte der 
Arbeit schildern die Stellung des fuldischen Kontingents 
in den Reoolutionskriegen, die Zahlung der schweren 
„Reluitionen" und die Haltung Adalberts bis zur Sä 
kularisation. Seine Politik war beherrscht von der 
unbedingten Treue zum Kaiser. Bis zum Letzten be- 
harrte er darauf, nur seinem Gewissen verantwortlich, 
freiwillig nicht abzudanken, big ein preußisches Ba- 
Aus der Heimat. 
Landeshauptmann v. Pappenheim 
ist am i. Januar in den Ruhestand versetzt wor 
den. Er ist am 25. November 1874 in Lieberm» 
(Kreis Hofgeismar) geboren. Nach dem Studium 
der Rechte ging er in die Verwaltung. 1908 wurde 
er Landrat im Landkreis Kassel. Hier 
hat er 22 Jahre zum Segen des Kreises gewirkt. 
Er kannte sein Hessenvolk und war mit seiner Hei 
mat innerlich verbunden. In diesen Jahren hatte 
er, wie es sich bei den unsicheren und schlechten Zei 
ten von selbst verstand, sehr große Schwierigkeiten 
zu überwinden, aber überall setzte sich seine Energie 
und Sachkunde durch, sei es im Sisdlungswesen, 
bei der Erwerbung des Soolbadeö Carlshafen, bei 
dem klberlandwerk Edertalsperre, oder bei den ein 
zelnen Verwaltungszweigen der kommunalen Ar 
beit. Am 15. Oktober 1930 wurde er einstimmig 
zum Landeshauptmann gewählt, und in diesen 
fünf Jahren hat er seine reiche Kenntnis und sei 
nen starken Willen der Landesverwaltung zur Ver 
fügung gestellt. Im Aufträge der Staatsregiernng 
Personalien. 
Geboren: Ein Junge: Dr. Ing. Hans Joachim 
Steinmetz und Frau Lotte, geb. Hänsch (Kassel); Dr. 
Karl Schulte und Frau Leni, geb. Hubert (Kassel); 
Profegor Dr. W. Pfannenstiel und Frau Hildegard, 
geb. Gennes (Marburg); Zahnarzt Dr. C. Wagner 
und Frau Ruth (Marburg): Kreisverwaltungsdirektor 
W. Kempf und Frau Gertrud, geb. Ludwig (Nkarburg), 
Dr. med. Dippel und Frau Elly, geb. Steinhäuser 
(Marburg). 
E i n M ä d ch e n : Ottmar von Loeßl und Frau 
Anneluise, geb. Strack (Kassel); Pfarrer Dr. Geller 
und Frau Margarete (Marburg). 
Vermählte: Karl Anton Henschel und Frau Helga, 
geb. Freiin von Herman-Wain (München); Hans Hein 
rich Brinkmann und Frau Elli, geb. Sncidt (Marburg, 
ii. 4 -): Dr. Hang Wiese und Frau Marie Luise, geb. 
Zipfel (Marburg-Kirchhain); Fritz Poensgen und Frau 
Juliane, geb. Haendly (Marburg, 21. 3.): Dr. Karl 
taillou eingerückt war und die Vereidigung auf den 
Erbprinzen von Oranien vorgenommen hatte. Die 
Lehentreue zum Kaiser bringt den Bischof oft in Wider 
spruch zu dem eigennützigen Kapitel. 
Mit Recht sagt Enneking gelegentlich, daß Adalbert 
kein Schönborn oder Erthal, auch kein Bibra ge 
wesen sei. Als Durchschnittsmensch, wenig begabt, un 
politisch, in eine Krisenzeit gestellt, die politische Köpfe 
verlangte, har er schlecht und recht, sparsam und fromm 
ein überkommenes Erbe verwaltet, das zu retten auch 
eine stärkere Persönlichkeit kaum in der Lage gewesen 
wäre. 
Koblenz. Wilhelm Dersch. 
hat der Oberprästdent der Provinz Hessen-Nassau 
Landeshauptmann von Pappenherm bei seinem 
Scheiden Dank und Anerkennung für die lang- 
fahrige für den Staat und Provinz 
und dem Bezirksverband geleisteten 
Dien st e ausgesprochen. Oberpräsident, Prinz 
Philipp von Hessen, hat in einem Handschreiben 
noch einem persönlichen Dank und dem Wunsch 
besten Wohlergehens Ausdruck gegeben. (Das 
Bild Herrn von Pappenheims veröffentlichten wir 
in der vorigen Nummer.) 
4 o Jahre Fricdberger Gcschichtsvercin. 
Am 1. April 1936 blickte der Friedberger Geschichts 
oerein aus sein 4 ojährigeS Bestehen zurück. Er ist der 
Begründer des Wetterauer Museums nebst Stadtarchiv 
und Stadtbibliothek (Haagstraße 16), Herausgeber der 
Friedberger Geschichtsblätter sowie zahlreicher Sondcr- 
veröffentlichungen und hat durch sein zielbewußtes 
Schaffen auf allen Gebieten der Heimatpflege bewiesen, 
was in einer Kleinstadt für Wissenschaft, Volksbildung 
und bodenständige Kultur geleistet werden kann, wenn 
Stadtverwaltung und Bürgerschaft oekständnisooll und 
opferwillig Hand in Hand gehen. 
Otto Bierschenk und Frau Dora, geb. Schulze (Mar 
burg, 22. 3.); Studienassessor Dr. R. Hentze und Frau 
Grete, geb. Hornbruch (Düsseldorf, 31. 3.); Ingenieur 
E. Krug und Frau Else, geb. Gilvers (Kassel, 19. 2.): 
Gcrichtsassessor Dr. W. Krause und Frau Ilse, geb. 
Güngerich (Kassel, 8. 2.): Diploni-Jngcnieur H. Mül 
ler-Stock und Frau Anneliese, geb. Gerdum (Dortmund, 
8. 2.); Rechtsanwalt Dr. Seiffert und Frau Marga 
rete Seiffert, geb. Hooss (Wetter, Kr. Marburg, 2. 
4.): Studienassessor Dr. Ecklebe und Frau Aenne, geb. 
Seip (Marburg-Holzminden); Wilhelm Kleinschmidt 
und Fran Anna, geb. Hampel (IUarburg-Mellnau). 
Gestorben: Amtsgerichtsrat Otto Fischer, (Hann.- 
Münden, 2. 2.): Frau Emnia Sauer, geb. Braun, 
83 I. alt (Marburg, 3. 2.); Frau Lina Titze, geb. 
Keßler, 73 I. alt (Kassel, 6. 2.): Postdirektor i. R. 
Fr. Wagner, 63 I. alt (Niedcrwerbe am Edersee, 6. 
2.); Postassistent i. R. Dersch, 69 I. alt (Marburg, 
7. 2.). 
Für die Schriftlcitung verantwortlich Archivrat Or. F. Uhlhorn, Marburg a. L., Spiegelslustweg 17. Zuschriften an 
diese Adresse oder an den Herausgeber, Marburg a. L., Markt 21. Verlag und Druck: b)r. C. Hitzcroth, Marburg a. L. 
Ó. A. I/ 36 : 850 
64
	        

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